Allgemeine Grundsätze

Der Konzernabschluss der Bertelsmann SE & Co. KGaA zum 31. Dezember 2013 wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt, wie sie in der EU anzuwenden sind (EU-IFRS). Ergänzend werden die nach § 315a HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften beachtet. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt, alle Angaben erfolgen in Millionen Euro (Mio. €). Um die Übersichtlichkeit der Darstellung zu verbessern, werden einzelne Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Bilanz zusammengefasst. Diese Posten werden im Anhang detaillierter ausgewiesen und erläutert.

Die Bertelsmann SE & Co. KGaA ist eine in Gütersloh, Deutschland, ansässige Kommanditgesellschaft auf Aktien. Die Anschrift des eingetragenen Firmensitzes ist: Carl-Bertelsmann-Straße 270, 33311 Gütersloh. Die Hauptaktivitäten der Bertelsmann SE & Co. KGaA und ihrer Tochterunternehmen sind ausführlich im Konzernlagebericht dargestellt.

Auswirkungen von neuen Rechnungslegungsstandards

Im Geschäftsjahr 2013 fanden neben der seit dem 1. Juli 2012 geltenden und bei Bertelsmann erstmals in diesem Konzernabschluss anzuwendenden Änderung an IAS 1 Darstellung des Abschlusses – Darstellung von Posten des sonstigen Ergebnisses (OCI) die folgenden seit dem 1. Januar 2013 verpflichtend anzuwendenden neuen bzw. überarbeiteten Rechnungslegungsstandards und Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) und des IFRS Interpretations Committee (vormals IFRIC) erstmals Anwendung:

  • Verbesserungen der IFRS 2009–2011 (veröffentlicht im Mai 2012)
  • IFRS 13 Bemessung des beizulegenden Zeitwerts
  • Überarbeitete Fassung IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer (überarbeitet 2011)

IAS 1 wurde in Bezug auf die Darstellung des sonstigen Ergebnisses dahin gehend geändert, dass innerhalb des sonstigen Ergebnisses eine Aufteilung in Bestandteile vorzunehmen ist, die in den zukünftigen Berichtsperioden erfolgswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert (recycled) werden, und solche, die nicht umgegliedert (non recycled) werden. Bei den Verbesserungen der IFRS 2009–2011 (veröffentlicht im Mai 2012) handelt es sich um Klarstellungen oder Korrekturen bereits bestehender IFRS bzw. Änderungen infolge von zuvor an den IFRS vorgenommenen Änderungen. Die Änderungen betreffen drei Klarstellungen an IFRS 1 und je eine Klarstellung an IAS 1, IAS 16, IAS 32 und IAS 34. IFRS 13 ersetzt bestehende Regelungen zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts in den einzelnen Standards. Die wesentlichen Änderungen gegenüber den bisher geltenden Regelungen umfassen die neue Definition des beizulegenden Zeitwerts, die Festlegung des Veräußerungspreises als Bewertungsmaßstab und die Bewertung von Schulden nach dem Transaktionsansatz. Darüber hinaus erweitert der Standard die im Zusammenhang mit einer Bewertung zum beizulegenden Zeitwert erforderlichen Anhangangaben.

Die Änderungen an IAS 19 betreffen u. a. die sofortige Erfassung von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten im sonstigen Ergebnis (Abschaffung der sogenannten Korridormethode), die Erfassung von Planänderungen und -kürzungen sowie die Ermittlung des Nettozinsergebnisses aus den Pensionsverpflichtungen. Das Nettozinsergebnis ersetzt den Zinsaufwand für die leistungsorientierte Verpflichtung sowie den hiervon unabhängig zu bestimmenden erwarteten Ertrag aus dem Planvermögen nach den bisher geltenden Regelungen. Das Nettozinsergebnis wird auf Grundlage der leistungsorientierten Nettoschuld bzw. des leistungsorientierten Nettovermögens unter Verwendung des Rechnungszinses, der zu Jahresbeginn abgeleitet wird, ermittelt. Außerdem werden die Aufstockungsbeträge für Altersteilzeitverpflichtungen unter Anwendung des überarbeiteten IAS 19 nicht mehr sofort in voller Höhe bei Entstehung der Schuld erfasst, sondern ratierlich bis zum Ende der Aktivphase zugeführt. Weiterhin betreffen die Änderungen an IAS 19 eine Erweiterung der Angabepflichten zu Leistungen an Arbeitnehmer. Erläuterungen zur Anpassung der Vorjahreswerte aufgrund der erstmaligen Anwendung des überarbeiteten IAS 19 finden sich im Abschnitt „Vorjahresinformationen“.

Darüber hinaus waren folgende überarbeitete Standards und Interpretationen für den Konzernabschluss verpflichtend anzuwenden:

  • Änderungen an IAS 12 Ertragsteuern: Latente Steuern – Realisierung zugrunde liegender Vermögenswerte
  • Änderungen an IFRS 1 Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards: Ausgeprägte Hochinflation und Beseitigung der festen Zeitpunkte für Erstanwender
  • Änderungen an IFRS 1 Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards: Darlehen der öffentlichen Hand
  • Änderungen an IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben – Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten
  • IFRIC 20 Abraumkosten in der Produktionsphase eines Tagebaubergwerks

Die Effekte aus der Erstanwendung dieser Rechnungslegungsvorschriften sind für den Bertelsmann-Konzern unwesentlich.

Auswirkungen von zukünftig verpflichtend anzuwendenden Rechnungslegungsstandards

Das IASB und das IFRS Interpretations Committee haben folgende neue bzw. geänderte Rechnungslegungsstandards und Interpretationen verabschiedet, die für den Bertelsmann-Konzernabschluss im Geschäftsjahr 2013 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind. Die von der EU noch nicht anerkannten Standards werden in englischer Sprache angegeben:

  • Improvements IFRS 2010–2012 (veröffentlicht im Dezember 2013)
  • Improvements IFRS 2011–2013 (veröffentlicht im Dezember 2013)
  • IFRS 9 Financial Instruments (veröffentlicht 2009) sowie darauffolgende Änderungen an IFRS 9
  • IFRS 10 Konzernabschlüsse
  • IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen
  • IFRS 12 Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen
  • IFRS 14 Regulatory Deferral Accounts
  • Überarbeitete Fassung IAS 27 Einzelabschlüsse (überarbeitet 2011)
  • Überarbeitete Fassung IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen (überarbeitet 2011)
  • Änderungen an IAS 19 Defined Benefit Plans – Employee Contributions
  • Änderungen an IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung – Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten
  • Änderungen an IAS 36 Wertminderung von Vermögenswerten – Angaben zum erzielbaren Betrag bei nicht-finanziellen Vermögenswerten
  • Änderungen an IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung – Novation von Derivaten und Fortsetzung der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften
  • Änderungen an IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 Übergangsleitlinien
  • Änderungen an IFRS 10, IFRS 12 und IAS 27 Investmentgesellschaften
  • IFRIC 21 Levies

IFRS 9 wird IAS 39 ersetzen und weitreichende Auswirkungen auf den Ansatz und die Bewertung von Finanzinstrumenten haben, wobei der Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung des IFRS 9 noch nicht festgelegt wurde. Die erstmals ab 2014 verpflichtend anzuwendenden IFRS 10, IFRS 11, IFRS 12 sowie IAS 27 (überarbeitet 2011) und IAS 28 (überarbeitet 2011) sind das Ergebnis des Konsolidierungsprojekts des IASB und beinhalten neue Konsolidierungsleitlinien und Anhangvorschriften für Konzernunternehmen. Mit dem IFRS 10 wird die bisherige Definition der Beherrschung inklusive daraus resultierender Beurteilungskriterien überarbeitet. Des Weiteren ersetzt IFRS 10 Konsolidierungsvorschriften im bisherigen IAS 27 und SIC-12, wobei die Regelungen zu Konsolidierungsschritten, zur Darstellung der nicht beherrschenden Anteile und zur Bilanzierung der Anteilsveränderungen ohne Verlust der Beherrschung weitgehend unverändert bleiben. Der umbenannte IAS 27 (überarbeitet 2011) enthält ausschließlich unveränderte, auf separate Abschlüsse anzuwendende Vorschriften. Der neue IFRS 11 ersetzt den zurzeit gültigen IAS 31, übernimmt die aktuellen Regelungen des SIC-13 in den Standardtext und streicht die quotale Konsolidierung der Gemeinschaftsunternehmen ersatzlos. Die Bilanzierung der Gemeinschaftsunternehmen und die zwingende Anwendung der Equity-Methode auf Gemeinschaftsunternehmen erfolgen künftig gemäß den Vorschriften des umbenannten IAS 28 (überarbeitet 2011) in der überarbeiteten Fassung. IFRS 12 fasst alle Angabevorschriften zu sämtlichen Beteiligungen an Tochter- und Gemeinschaftsunternehmen, gemeinschaftlichen Tätigkeiten sowie assoziierten Unternehmen und strukturierten Unternehmen in einem Standard zusammen. Im Vergleich zu den bestehenden Regelungen wurden die Angabepflichten zu konsolidierten und nicht konsolidierten Unternehmen deutlich erweitert. Aus der Erstanwendung des IFRS 10 werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konsolidierungskreis erwartet. Die erstmalige Anwendung des IFRS 11 wird zu einem geringeren Umsatzausweis führen. Die Vermögenswerte und Schulden bislang quotal konsolidierter Beteiligungen werden nicht mehr in der Bilanz erfasst, wohingegen sich die Anteile an at-equity bilanzierten Beteiligungen um einen zweistelligen Millionenbetrag erhöhen werden. Bei einer Erstanwendung der Equity-Methode auf Gemeinschaftsunternehmen im Berichtsjahr hätten sich die Vermögenswerte und Schulden sowie Erträge und Aufwendungen in vergleichbarer Höhe der in der Tabelle „Auswirkungen der Quotenkonsolidierung“ ausgewiesenen Beträge vermindert. Insgesamt werden aus der Erstanwendung der neuen Vorschriften jedoch keine signifikanten Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns erwartet. Auf eine frühzeitige Anwendung der genannten Standards wird verzichtet.

Gemäß den Änderungen an IAS 36 Wertminderung von Vermögenswerten im Hinblick auf die Angaben zum erzielbaren Betrag bei nicht finanziellen Vermögenswerten ist im Gegensatz zur aktuellen Version des IAS 36 der erzielbare Betrag für zahlungsmittelgenerierende Einheiten und Vermögenswerte nur dann anzugeben, wenn tatsächlich eine Wertminderung oder Wertaufholung in der laufenden Berichtsperiode vorliegt. Darüber hinaus wurden durch diese Änderung zusätzliche Angabepflichten eingeführt. Die erstmals verpflichtend ab 2014 anzuwendenden Änderungen aus dem IAS 36 wurden vom Bertelsmann-Konzern im Geschäftsjahr 2013 vorzeitig umgesetzt.

Die Improvements IFRS 2010–2012 sowie 2011–2013 (beide veröffentlicht im Dezember 2013) enthalten Klarstellungen oder Korrekturen bereits bestehender IFRS bzw. Änderungen infolge von zuvor an den IFRS vorgenommenen Änderungen. Die Verbesserungen der IFRS 2010–2012 betreffen IFRS 2, IFRS 3, IFRS 8, IFRS 13, IFRS 16 sowie IAS 24. Die Verbesserungen der IFRS 2011–2013 enthalten Änderungen an IFRS 1, IFRS 3, IFRS 13 sowie IAS 40. Die darüber hinaus zukünftig anzuwendenden Änderungen an IFRS 14, IAS 32, IAS 39 und IFRIC 21 betreffen wie die Improvements IFRS 2010–2012 sowie 2011–2013 nur in geringerem Umfang Geschäfte im Konzern und werden voraussichtlich nur unwesentliche Auswirkungen haben.

Mit Ausnahme der Änderungen an IAS 36 hat der Bertelsmann-Konzern keine veröffentlichten, aber noch nicht verpflichtend anzuwendenden Standards, Interpretationen oder Änderungen vorzeitig umgesetzt.