Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Ertrags- und Aufwandsrealisierung

Umsatzerlöse werden zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen oder zu beanspruchenden Gegenleistung bewertet und um erwartete Preisnachlässe, Rabatte und andere ähnliche Abzüge gekürzt.

Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Gütern gelten als realisiert, wenn der Konzern die maßgeblichen Risiken und Chancen aus dem Eigentum der Güter auf den Käufer übertragen hat und die Höhe der Umsatzerlöse verlässlich bestimmt werden kann. Ausgenommen sind Umsätze aus der Anwendung der Percentage-of-Completion-Methode nach IAS 11. Dazu gehören unter anderem Erträge aus Dienstleistungsgeschäften, die nach Maßgabe des Fertigstellungsgrades erfasst werden, sofern das Ergebnis des Dienstleistungsgeschäftes zum Bilanzstichtag verlässlich geschätzt werden kann. Für die Ermittlung des Fertigstellungsgrades wird das inputorientierte Verfahren angewendet. Beim inputorientierten Verfahren werden die bis zum Bilanzstichtag bereits angefallenen Auftragskosten in Relation zu den am Stichtag geschätzten Gesamtkosten des Auftrages gesetzt (Cost-to-Cost-Methode).

Umsatzerlöse aus Werbung und Anzeigen werden erfasst, wenn die entsprechende Werbung oder Anzeige im jeweiligen Medium erscheint.

Erträge aus Nutzungsentgelten (Lizenzen) werden periodengerecht entsprechend den Bestimmungen des zugrunde liegenden Vertrages erfasst. Zinserträge und -aufwendungen werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode in Übereinstimmung mit IAS 39 periodengerecht erfasst. Dividenden werden erst im Zeitpunkt der Entstehung des Rechtsanspruchs des Anteilseigners auf Zahlung erfolgswirksam vereinnahmt. Umsatzerlöse aus Dienstleistungsgeschäften werden entsprechend ihrem Wertschöpfungsanteil erfasst.

Übrige Erträge werden erfasst, wenn der wirtschaftliche Nutzen wahrscheinlich und der Betrag verlässlich bestimmbar ist. Aufwendungen werden nach sachlichen oder zeitlichen Kriterien abgegrenzt.

Geschäfts- oder Firmenwerte

Der Geschäfts- oder Firmenwert aus einem Unternehmenszusammenschluss gemäß IFRS 3 ist der aktivische Unterschiedsbetrag zwischen der übertragenen Gegenleistung und den zum beizulegenden Zeitwert bewerteten anteilig erworbenen identifizierbaren Vermögenswerten, übernommenen Schulden und Eventualschulden. Er wird bei dem erstmaligen Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, in den Folgeperioden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungen. Geschäfts- oder Firmenwerte werden mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) unterzogen. Die Höhe der Wertminderung ergibt sich dann als Differenz aus dem Buchwert und dem erzielbaren Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, zu der der Geschäftsoder Firmenwert zugeordnet ist. Jede Wertberichtigung wird unmittelbar erfolgswirksam erfasst. Eine Wertaufholung, auch unterjährig erfasster Impairments, erfolgt nicht. Im Bertelsmann-Konzern werden Impairment-Tests auf Geschäfts- oder Firmenwerte, wie im Abschnitt „Wertminderungen“ erläutert, zum 31. Dezember eines jeden Jahres sowie anlassbezogen durchgeführt.

Sonstige immaterielle Vermögenswerte

Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens werden mit ihren aktivierungspflichtigen Herstellungskosten bilanziert, wenn dafür die Voraussetzungen des IAS 38 erfüllt sind. Nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten vermindert um kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen bilanziert. Der erstmalige Ansatz von immateriellen Vermögenswerten, die im Zuge eines Unternehmenszusammenschlusses übernommen wurden, erfolgt gemäß IFRS 3 zum beizulegenden Zeitwert im Erwerbszeitpunkt.

Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen bei immateriellen Vermögenswerten mit bestimmter Nutzungsdauer grundsätzlich linear über deren Nutzungsdauer; Wertminderungen und Wertaufholungen werden gemäß den Vorschriften des Impairment-Tests (IAS 36) vorgenommen. Die planmäßige Nutzungsdauer beträgt für aktivierte Software in der Regel drei bis fünf Jahre, für Belieferungsrechte und Abonnentenstämme zwei bis 15 Jahre, für Warenzeichen, Musik- und Verlagsrechte drei bis 25 Jahre. Lizenzen werden linear entsprechend der Vertragslaufzeit oder leistungsabhängig (im Verhältnis der im Berichtszeitraum erzielten Nutzungserlöse zu den gesamten geschätzten Nutzungserlösen für die gesamte Nutzungsdauer) abgeschrieben.

Die Schätzung der Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden werden jährlich überprüft und entsprechend den geänderten Erwartungen prospektiv angepasst. Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung. Stattdessen werden sie mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) unterzogen und gegebenenfalls auf den erzielbaren Betrag abgeschrieben.

Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um kumulierte planmäßige Abschreibungen und gegebenenfalls Wertminderungen, bilanziert. Die Kosten selbst erstellter Sachanlagen umfassen neben den Einzelkosten auch diejenigen Teile der Gemeinkosten, die der Herstellung direkt zurechenbar sind. Für Gegenstände des Sachanlagevermögens, bei denen sich die Herstellung über einen längeren Zeitraum erstreckt, werden Fremdkapitalzinsen, die bis zur Fertigstellung anfallen, in die Herstellungskosten einbezogen. Hieraus entstehen im Konzern jedoch keine nennenswerten Beträge. Alle anderen Fremdkapitalkosten werden erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie anfallen. Instandhaltungskosten werden als Aufwand der Periode erfasst, während Aufwendungen für Maßnahmen, die zu einer Nutzungsverlängerung oder zu einer verbesserten Nutzung führen, grundsätzlich aktiviert werden.

Sachanlagen werden nach der linearen Methode über ihre wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Schätzung der Nutzungsdauer sowie die Abschreibungsmethode werden gemäß IAS 16 einer jährlichen Überprüfung unterzogen und entsprechend den geänderten Erwartungen prospektiv angepasst. Im Berichtsjahr liegen den planmäßigen Abschreibungen in der Regel folgende Nutzungsdauern zugrunde:

  • Gebäude zehn bis 50 Jahre
  • Maschinen und technische Anlagen vier bis 15 Jahre
  • Betriebs- und Geschäftsausstattungen drei bis zwölf Jahre

Grundstücke werden nicht planmäßig abgeschrieben.

Die Vermögenswerte des Sachanlagevermögens, die aus einzelnen für die gesamten Anschaffungs- oder Herstellungskosten signifikanten Komponenten bestehen (Component Approach), werden gesondert erfasst und abgeschrieben.

Wertminderungen

Geschäfts- oder Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer werden mindestens einmal jährlich auf Wertminderung überprüft. Immaterielle Vermögenswerte mit einer bestimmten Nutzungsdauer und Sachanlagen werden zum Bilanzstichtag gemäß den Vorschriften von IAS 36 nur dann einem Werthaltigkeitstest unterzogen, wenn Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen.

Ein Wertminderungsaufwand entsteht dann, wenn der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit unter deren Buchwert gesunken ist. Der erzielbare Betrag wird dabei als der jeweils höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert ermittelt, wobei zunächst grundsätzlich der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten festgestellt wird. Übersteigt dieser bereits den Buchwert, so wird auf die Berechnung eines Nutzungswerts in den meisten Fällen verzichtet. Bei zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten ist ausschließlich der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten als Vergleichsmaßstab heranzuziehen.

Sofern ein aktiver Markt vorhanden ist, ist zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts der Marktpreis oder gegebenenfalls der Preis der jüngsten vergleichbaren Transaktion heranzuziehen. Liegt kein aktiver Markt vor, wird der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten in der Regel unter Anwendung eines Discounted-Cashflow-Verfahrens ermittelt. Sofern den Vermögenswerten keine eigenen Cashflows zugeordnet werden können, werden die Wertminderungen anhand der Cashflows der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ermittelt, zu denen die Vermögenswerte gehören. Die prognostizierten Cashflows werden den unternehmensinternen Planungen, die drei Detailperioden umfassen, entnommen und i. d. R. um zwei weitere Detailplanungsperioden ergänzt. Die unternehmensinternen Planungen berücksichtigen sowohl Vergangenheitsdaten als auch die erwartete Marktperformance. Die über die Detailplanung hinausgehenden Perioden werden durch eine ewige Rente unter Berücksichtigung individueller geschäftsspezifischer Wachstumsraten in der Regel von -1 bis 3 Prozent abgebildet. Die Abzinsung erfolgt grundsätzlich mit den durchschnittlichen Kapitalkosten nach Steuern (Weighted Average Cost of Capital, WACC). Für zahlungsmittelgenerierende Einheiten mit unterschiedlichen Risikoprofilen werden spezifische WACC abgeleitet. Die Cashflow-Prognosen des Managements basieren unter anderem auf den Annahmen hinsichtlich der konjunkturellen Entwicklung und der damit verbundenen Risiken, der regulatorischen Rahmenbedingungen, des Wettbewerbsumfelds, der Marktanteile, der Investitionen sowie der Wachstumsraten. Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Werte stimmen dabei grundsätzlich mit externen Informationsquellen überein. Die unter Berücksichtigung entsprechender Diskontierungssätze ermittelten Werte spiegeln den erzielbaren Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wider. Aus den wesentlichen Veränderungen im Markt- und Wettbewerbsumfeld können sich somit nachteilige Auswirkungen auf die Werthaltigkeit der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ergeben.

Sind die Gründe für vorgenommene Wertminderungen entfallen, werden Zuschreibungen bis zu dem Betrag vorgenommen, der sich ergeben hätte, wenn die Wertminderung nicht vorgenommen worden wäre. Letztere Regelung gilt nicht für Geschäfts- oder Firmenwerte.

Leasing

Soweit der Bertelsmann-Konzern im Rahmen von Leasingverträgen alle wesentlichen Chancen und Risiken trägt und somit als wirtschaftlicher Eigentümer anzusehen ist (Finance Lease), wird der Leasinggegenstand mit seinem beizulegenden Zeitwert zu Beginn des Leasingverhältnisses oder mit dem niedrigeren Barwert der zukünftigen Mindestleasingzahlungen aktiviert. Die aus dem Finance Lease resultierende Zahlungsverpflichtung wird in gleicher Höhe unter den Finanzverbindlichkeiten passiviert. In den Folgeperioden werden die Mindestleasingzahlungen in die Finanzierungskosten und den Tilgungsanteil der Restschuld so aufgeteilt, dass dabei eine konstante Verzinsung der verbliebenen Schuld entsteht. Die Finanzierungskosten werden grundsätzlich erfolgswirksam in der Position „Zinsaufwendungen“ erfasst. Der Leasinggegenstand wird planmäßig abgeschrieben. Ist der spätere Eigentumsübergang der geleasten Vermögenswerte hinreichend sicher, erfolgt die Abschreibung über ihre erwartete Nutzungsdauer. Anderenfalls wird für die Abschreibungsdauer der kürzere der beiden Zeiträume, die Laufzeit des Leasingvertrages oder die Nutzungsdauer, zugrunde gelegt. Bedingte Mietzahlungen werden in der Periode, in der sie entstehen, als Aufwand erfasst.

Bei den Leasingobjekten handelt es sich hauptsächlich um Gebäude. Die Finance-Lease-Verträge, die Gebäude betreffen, haben in der Regel eine unkündbare Grundmietzeit von circa 20 Jahren. Nach Ablauf der Mietzeit steht dem Leasingnehmer in der Regel das Recht zu, den Leasinggegenstand zum jeweiligen Restwert zu kaufen. Als Operating-Leasingverhältnisse sind im Bertelsmann-Konzern im Wesentlichen Mietverträge über Gebäude und technische Übertragungseinrichtungen abgeschlossen worden. Diese Leasinggegenstände werden – wirtschaftlich gesehen – dem Vermieter zugeordnet. Die Leasingraten stellen Aufwand der Periode dar und werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses in der Position „Sonstige betriebliche Aufwendungen“ erfasst.

Finanzielle Vermögenswerte

Der erstmalige Ansatz der finanziellen Vermögenswerte erfolgt zum beizulegenden Zeitwert unter Berücksichtigung von Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb des finanziellen Vermögenswerts zuzurechnen sind. Transaktionskosten werden bei den finanziellen Vermögenswerten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Reguläre Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden zum Handelstag angesetzt, dem Tag, an dem sich der Konzern zum Kauf bzw. Verkauf des Vermögenswerts verpflichtet.

Für die Folgebewertung werden finanzielle Vermögenswerte in die folgenden Kategorien bzw. Unterkategorien unterteilt:

  • bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen (Held-to-Maturity)
  • zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (Available-for-Sale)
  • erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
    • zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Vermögenswerte (Held for Trading)
    • beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifizierte Vermögenswerte (Initial Recognition at Fair Value Through Profit or Loss)
  • Kredite und Forderungen (Loans and Receivables)
    • ausgereichte Darlehen sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
    • Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen:
Als bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen werden Finanzinstrumente mit festen oder bestimmbaren Zahlungen und einer festen Laufzeit bezeichnet, die vom Konzern bis zu ihrer Endfälligkeit gehalten werden sollen. Deren Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte:
In diese Kategorie fallen im Wesentlichen Wertpapiere und Beteiligungen des Anlage- und Umlaufvermögens, sofern sie nicht als bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen, als Kredite und Forderungen oder als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert wurden. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 39 mit ihrem jeweiligen beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag bewertet, sofern dieser verlässlich zu ermitteln ist. Anderenfalls werden sie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Aus Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts resultierende Gewinne und Verluste werden unter Berücksichtigung latenter Steuern im sonstigen Ergebnis erfasst. Wenn ein objektiver Hinweis auf die Wertminderung vorliegt, erfolgt jedoch eine erfolgswirksame Abwertung. Ein signifikanter oder länger anhaltender Rückgang des beizulegenden Zeitwerts eines gehaltenen Eigenkapitalinstruments unter dessen Anschaffungskosten ist ebenfalls als ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung anzusehen. Bei Veräußerung dieser Vermögenswerte werden die zuvor im sonstigen Ergebnis erfassten kumulierten Gewinne und Verluste vom Eigenkapital in den Gewinn oder Verlust umgegliedert.

Zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Vermögenswerte:
Unter diese Kategorie fallen in der Regel die Derivate, die die formalen Anforderungen des IAS 39 für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen nicht erfüllen. Sie werden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Gewinne oder Verluste aus der Änderung der beizulegenden Zeitwerte werden erfolgswirksam erfasst.

Bei erstmaligem Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifizierte finanzielle Vermögenswerte:
In die Kategorie „Initial Recognition at Fair Value Through Profit or Loss“ fallen die finanziellen Vermögenswerte, die bei erstmaligem Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert wurden. Die Änderungen des Marktwerts werden erfolgswirksam im sonstigen finanziellen Ergebnis erfasst.

Ausgereichte Darlehen sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen:
Ausleihungen und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit fixen bzw. bestimmbaren Zahlungen, die nicht an einem aktiven Markt notiert sind. Sie werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilanziert. Eine Abzinsung erfolgt bei unverzinslichen oder niedrig verzinslichen langfristigen Darlehen und Forderungen. Fremdwährungsbestände werden mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Bei Vorliegen eines objektiven Hinweises werden Wertminderungen ergebniswirksam berücksichtigt und über Wertberichtigungsposten erfasst.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente:
Liquide Mittel umfassen Bankguthaben und Kassenbestände, Zahlungsmitteläquivalente umfassen kurzfristige hochliquide Wertpapiere, deren Restlaufzeit beim Erwerb maximal drei Monate beträgt. Fremdwährungsbestände werden zum jeweiligen Stichtagskurs umgerechnet.

Alle Derivate, die die formalen Anforderungen des IAS 39 zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen erfüllen, werden gesondert als derivative finanzielle Vermögenswerte mit Hedge-Beziehung erfasst und zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Weitere Erläuterungen finden sich im Abschnitt „Derivative Finanzinstrumente“.

Bewertung zum beizulegenden Zeitwert:
Bei finanziellen Vermögenswerten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, hängt die angewendete Bewertungsmethode davon ab, welche Bewertungsparameter jeweils vorliegen. Wenn notierte Preise auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte ermittelt werden können, werden diese zur Bewertung herangezogen (Stufe 1). Wenn dies nicht möglich ist, werden die beizulegenden Zeitwerte vergleichbarer Markttransaktionen herangezogen sowie finanzwirtschaftliche Methoden, basierend auf beobachtbaren Marktdaten, verwendet (Stufe 2). Sofern die beizulegenden Zeitwerte nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren, werden sie mithilfe anerkannter finanzmathematischer Methoden ermittelt (Stufe 3).

Wertminderungen und Wertaufholungen auf finanzielle Vermögenswerte:
Zu jedem Bilanzstichtag werden die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, daraufhin untersucht, ob objektive Hinweise auf eine Wertminderung hindeuten. Objektive Hinweise auf einen eingetretenen Wertminderungsaufwand liegen in folgenden Fällen vor: Hinweise auf finanzielle Schwierigkeiten eines Kunden oder einer Gruppe von Kunden, die Nichteinhaltung oder Nichtzahlung von Zins- oder Kapitalbeträgen, die Wahrscheinlichkeit, Insolvenz zu erklären oder einer anderen finanziellen Restrukturierung zu unterliegen, und erkennbare Tatsachen, die auf eine messbare Verringerung der geschätzten zukünftigen Kapitalflüsse hindeuten, wie beispielsweise ungünstige Veränderungen der Zahlungslage des Kreditnehmers oder der Wirtschaftslage, die mit dem Leistungsverzug übereinstimmen. Bei zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten entspricht der Wertminderungsaufwand der Differenz zwischen dem Buchwert und dem Barwert der erwarteten künftigen Cashflows – abgezinst mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz des finanziellen Vermögenswerts. Sofern sich zu späteren Bewertungszeitpunkten ergibt, dass der beizulegende Zeitwert gestiegen ist, erfolgt eine erfolgswirksame Wertaufholung bis maximal zu den fortgeführten Anschaffungskosten. Eine Wertaufholung erfolgt nicht, sofern es sich um nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente handelt, die als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte zu Anschaffungskosten bewertet wurden. Die Wertminderung der zu Anschaffungskosten bewerteten zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Buchwert des finanziellen Vermögenswerts und dem Barwert der geschätzten künftigen Cashflows, diskontiert mit dem risikoadjustierten Zinssatz.

Saldierung von Finanzinstrumenten:
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden saldiert und der Nettobetrag wird in der Bilanz ausgewiesen, wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein durchsetzbarer Rechtsanspruch besteht, die erfassten Beträge miteinander zu verrechnen, und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen.

Vorräte

Die Vorräte, darunter Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, fertige und unfertige Erzeugnisse sowie Handelswaren, werden am Bilanzstichtag grundsätzlich mit dem niedrigeren Wert aus historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert angesetzt. Gleichartige Vorräte werden zu Durchschnittskosten abzüglich Veräußerungskosten oder nach dem FIFO-Verfahren (First in, First out) bewertet. Bestände aus konzerninternen Lieferungen sind um Zwischenergebnisse bereinigt und werden zu Konzernherstellungskosten ausgewiesen.

Zu jedem Bilanzstichtag wird der noch vorhandene Bestand des Vorratsvermögens auf seine Werthaltigkeit überprüft. Dafür wird der sogenannte Nettoveräußerungswert bestimmt. Dieser ergibt sich als geschätzter Veräußerungspreis abzüglich der voraussichtlich noch anfallenden Produktionskosten sowie der geschätzten Vertriebskosten. Liegt der so bestimmte Nettoveräußerungswert unter den historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten, so wird eine Abwertung auf den niedrigeren Wert vorgenommen. Fallen die Gründe für die Wertminderung weg, wird die vorgenommene Abwertung rückgängig gemacht. Der neue Buchwert entspricht dann wiederum dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- und Herstellungskosten und berichtigtem Nettoveräußerungswert.

Neben den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, fertigen und unfertigen Erzeugnissen sowie Handelswaren werden im Vorratsvermögen ferner alle kurzfristigen Film-, Fernseh- und ähnlichen Rechte ausgewiesen, die zur Ausstrahlung oder zum Verkauf im normalen operativen Geschäftszyklus bestimmt sind. Dazu gehören insbesondere sich in der Produktion befindende Film- und Fernsehformate, Koproduktionen sowie erworbene Senderechte. Der Ansatz zum Bilanzstichtag erfolgt auch hier grundsätzlich mit dem niedrigeren Wert aus historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert.

Der Werteverzehr von Film- und Fernsehrechten erfolgt mit Beginn der ersten Ausstrahlung und ist entweder von der Anzahl der geplanten Ausstrahlungen oder von den erwarteten Umsatzerlösen abhängig. Der ausstrahlungsbedingte Werteverbrauch bei den Film- und Fernsehrechten ist wie folgt:

  • Unterhaltungsprogramme wie Soap-Operas, Dokumentationen, Sport-, Quiz- und Musiksendungen werden in voller Höhe gleich bei der ersten Ausstrahlung verbraucht.
  • Bei den Kindersendungen und Zeichentrickfilmen teilt sich der Verbrauch zu jeweils 50 Prozent auf zwei Ausstrahlungen auf.
  • Der Verbrauch von Kinoproduktionen, TV-Spielfilmen und -Serien erstreckt sich ebenfalls auf maximal zwei Ausstrahlungen: 67 Prozent des Werts werden bei der ersten, die restlichen 33 Prozent bei der zweiten Ausstrahlung verbraucht.

Der Verbrauch von Vorräten und Werteverzehr von Film- und Fernsehrechten wird in der Gewinn- und Verlustrechnung als Materialaufwand bzw. als Bestandsveränderung erfasst.

Kundenspezifische Fertigungsaufträge

Kundenspezifische Fertigungsaufträge werden, sofern sie die Voraussetzungen des IAS 11 erfüllen, nach der Percentage-of-Completion-Methode bewertet.

Umsätze und Gewinne aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen werden hierbei entsprechend dem Fertigstellungsgrad der jeweiligen Projekte erfasst. Der Fertigstellungsgrad ergibt sich aus dem Verhältnis der bis zum Ende des Geschäftsjahres bereits angefallenen Auftragskosten und der aktuell geschätzten Gesamtprojektkosten (Cost-to-Cost-Methode). Verluste aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen werden unabhängig vom erreichten Fertigungsgrad sofort in voller Höhe in dem Geschäftsjahr erfolgswirksam erfasst, in dem sie erkennbar werden. Im Berichtsjahr wurden keine wesentlichen Umsätze aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen realisiert.

Latente Steuern

Aktive und passive latente Steuern werden nach Maßgabe von IAS 12 für temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen Wertansätzen und den Wertansätzen der IFRS-Konzernbilanz sowie für noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge und Steuergutschriften angesetzt. Aktive latente Steuern werden nur in der Höhe berücksichtigt, in der sie später genutzt werden können. Bei der Berechnung werden diejenigen Steuersätze angewendet, deren Gültigkeit zum Zeitpunkt der Umkehrung temporärer Differenzen bzw. Nutzung der Verlustvorträge erwartet wird.

Kumuliertes übriges Eigenkapital

Im kumulierten übrigen Eigenkapital werden neben den Unterschieden aus den Umrechnungsdifferenzen unrealisierte Gewinne bzw. Verluste aus der Marktbewertung von als zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten (Available-for-Sale) und von Finanzderivaten, die zur Sicherung eines künftigen Zahlungsstroms (Cash Flow Hedge) oder einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb (Hedge of a Net Investment in a Foreign Operation) eingesetzt werden, gemäß IAS 39 erfolgsneutral bilanziert. Darüber hinaus werden gemäß IAS 28.11 erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen bei nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen erfasst. Effekte aus der Neubewertung leistungsorientierter Pensionspläne (versicherungsmathematische Gewinne und Verluste auf die leistungsorientierte Verpflichtung, Unterschiedsbeträge zwischen den tatsächlichen und den durch den Nettozinsaufwand implizierten Erträgen auf das Planvermögen sowie Effekte aus der Begrenzung eines Nettovermögenswerts) werden im Zuge der Verteilung des Gesamtergebnisses der Periode in der Eigenkapitalveränderungsrechnung in den Gewinnrücklagen im Jahr des Anfalls dieser Gewinne und Verluste erfasst. Der Ausweis von latenten Steuern auf die oben genannten Sachverhalte erfolgt dementsprechend ebenfalls erfolgsneutral im Eigenkapital.

Rückstellungen

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden gemäß IAS 19 nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Bei diesem Verfahren werden neben biometrischen Berechnungsgrundlagen insbesondere der jeweils aktuelle langfristige Kapitalmarktzinssatz sowie aktuelle Annahmen über zukünftige Gehalts- und Rentensteigerungen berücksichtigt.

Der im Pensionsaufwand enthaltene Nettozinsaufwand wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Effekte aus der Neubewertung leistungsorientierter Pensionspläne (versicherungsmathematische Gewinne und Verluste auf die leistungsorientierte Verpflichtung, Unterschiedsbeträge zwischen den tatsächlichen und den durch den Nettozinsaufwand implizierten Erträgen auf das Planvermögen sowie Effekte aus der Begrenzung eines Nettovermögenswerts) werden sofort erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst und einer nachfolgenden Berichtsperiode auch nicht mehr ergebniswirksam umgegliedert (recycled).

Mit Ausnahme der nach IAS 19 berechneten übrigen personalbezogenen Rückstellungen werden alle anderen Rückstellungen auf Basis von IAS 37 gebildet, soweit eine rechtliche oder faktische Außenverpflichtung besteht, der Abfluss von Ressourcen wahrscheinlich ist und die Höhe der Verpflichtung verlässlich geschätzt werden kann. Der Ansatz erfolgt in Höhe des wahrscheinlichsten Verpflichtungsumfangs. Langfristige Rückstellungen werden abgezinst. Die Abzinsungssätze berücksichtigen aktuelle Markterwartungen und gegebenenfalls für die Schuld spezifische Risiken.

Verbindlichkeiten

Bei erstmaligem Ansatz werden Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten inklusive des Genusskapitals (Financial Liabilities at Amortized Cost) zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Transaktionskosten erfasst. Die Folgebewertung erfolgt gemäß der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Stichtagskurs umgerechnet.

Der Bertelsmann-Konzern hat bei den finanziellen Verbindlichkeiten von der Anwendung des Wahlrechts, diese bei ihrer erstmaligen Erfassung als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende Verbindlichkeiten zu klassifizieren, bisher keinen Gebrauch gemacht. Die ebenfalls unter den Finanzverbindlichkeiten ausgewiesenen Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen sind gemäß IAS 17 mit ihrem Barwert erfasst.

Derivative Finanzinstrumente

Nach IAS 39 werden alle derivativen Finanzinstrumente in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Der Ansatz der derivativen Finanzinstrumente erfolgt zum Abschlusstag des Geschäfts. Bei Vertragsabschluss eines Derivates wird festgelegt, ob dieses zur Absicherung eines Bilanzpostens (Fair Value Hedge) oder zur Absicherung künftiger Zahlungsströme (Cash Flow Hedge) dient. Einzelne Derivate erfüllen nicht die Voraussetzungen von IAS 39 für eine Bilanzierung als Sicherungsgeschäft, obwohl sie bei wirtschaftlicher Betrachtung eine Sicherung darstellen. Die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Derivaten werden wie folgt erfasst:

  1. Fair Value Hedge: Marktwertänderungen dieser Derivate, die zur Absicherung von Vermögenswerten bzw. Schulden dienen, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst; der entsprechende Gewinn oder Verlust aus der Bewertung des gesicherten Bilanzpostens wird ebenfalls sofort im Ergebnis ausgewiesen.
  2. Cash Flow Hedge: Der effektive Teil der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der Derivate, die zur Absicherung künftiger Cashflows dienen, wird im sonstigen Ergebnis erfasst. Die hier eingestellten Werte werden bei Zugang eines zugrunde liegenden, nicht finanziellen Vermögenswerts bzw. einer nicht finanziellen Verbindlichkeit in die Erstbewertung einbezogen (Basis Adjustment). In den anderen Fällen erfolgt die Umgliederung der zuvor erfassten Gewinne und Verluste aus dem Eigenkapital in den Gewinn oder Verlust, wenn das abgesicherte Grundgeschäft erfolgswirksam wird. Der ineffektive Teil der Wertänderung des Sicherungsinstruments wird erfolgswirksam erfasst.
  3. Hedge of a Net Investment in a Foreign Operation: Bei Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb wird der effektive Teil der Gewinne und Verluste aus der Wertänderung des eingesetzten Sicherungsinstruments erfolgsneutral im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst. Der ineffektive Teil wird erfolgswirksam erfasst. Bei Abgang der Investition werden die im Eigenkapital enthaltenen Bewertungsänderungen des Sicherungsgeschäfts erfolgswirksam erfasst.
  4. Stand alone (keine Hedge-Beziehung): Marktwertänderungen von Derivaten, die nicht die Voraussetzungen für die Bilanzierung als Sicherungsgeschäft erfüllen, werden entsprechend der Kategorie „Held for Trading“ in der Gewinnund Verlustrechnung erfasst und sind somit erfolgswirksam mit dem beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren.

Aktienbasierte Vergütung

Aktienoptionen werden ausgewählten Geschäftsführern und leitenden Angestellten gewährt. Die Optionen werden zu dem am Tag der Ausgabe geltenden Marktpreis gewährt und sind zu diesem Preis ausübbar.

Für Aktienoptionen erfolgt die Erfassung des beizulegenden Zeitwerts der Optionen als Personalaufwand mit einer entsprechenden Erhöhung des Eigenkapitals. Der beizulegende Zeitwert wird am Tag der Gewährung ermittelt und verteilt sich über den Zeitraum, für den die Mitarbeiter vorbehaltlos Anspruch auf die Optionen haben. Der beizulegende Zeitwert der gewährten Optionen wird mithilfe eines Binomialmodells zur Bestimmung von Optionspreisen bemessen, wobei die Bedingungen, zu denen die Optionen gewährt wurden, berücksichtigt werden. Der als Aufwand erfasste Betrag wird angepasst, um die tatsächliche Anzahl an ausübbaren Aktienoptionen wiederzugeben. Aktienoptionen, deren Verfall nur auf ein Nichterreichen des für die Ausübung vorgeschriebenen Aktienkurses zurückzuführen ist, sind hiervon ausgenommen.

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und zugehörige Schulden

Langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen werden als zur Veräußerung gehalten eingestuft, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Solche langfristigen Vermögenswerte und die zugehörigen Schulden werden nach IFRS 5 in separaten Bilanzposten dargestellt. Die Bewertung erfolgt zum jeweils niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Planmäßige Abschreibungen werden nicht erfasst, solange ein langfristiger Vermögenswert als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wird oder zu einer als zur Veräußerung gehalten eingestuften Veräußerungsgruppe gehört. Unternehmensbestandteile, die die Anforderungen des IFRS 5.32 erfüllen, werden als nicht fortgeführte Aktivitäten klassifiziert und in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Kapitalflussrechnung entsprechend gesondert dargestellt. Alle in der laufenden Berichtsperiode vorgenommenen Änderungen von Beträgen, die in direktem Zusammenhang mit der Veräußerung einer nicht fortgeführten Aktivität in einer der vorangehenden Perioden stehen, werden ebenfalls in dieser gesonderten Kategorie angegeben. Wird ein Unternehmensbestandteil nicht mehr als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, so wird das Ergebnis dieses Unternehmensbestandteils, das zuvor unter nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen wurde, für alle dargestellten Berichtsperioden in die fortgeführten Aktivitäten umgegliedert.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden nur erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit dafür besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden. Zuwendungen für Vermögenswerte werden bei der Festlegung des Buchwerts des Vermögenswerts abgesetzt und mittels eines reduzierten Abschreibungsbetrags über die Lebensdauer des abschreibungsfähigen Vermögenswerts im Gewinn oder Verlust erfasst. Erfolgsbezogene Zuwendungen werden in den Perioden als Ertrag erfasst, in denen die Aufwendungen anfallen, die durch die Zuwendungen kompensiert werden sollen.

Schätzungen und Annahmen

Die Aufstellung eines IFRS-konformen Konzernabschlusses erfordert Schätzungen und Annahmen, die sich auf den Wertansatz der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden sowie auf die Höhe der Aufwendungen und Erträge auswirken können. Die tatsächlich realisierten Beträge können von den Schätzwerten abweichen. Nachstehend werden Schätzungen und Annahmen dargestellt, die im Bertelsmann-Konzernabschluss wesentlich für das Verständnis der mit der Finanzberichterstattung verbundenen Unsicherheiten sind.

  • Ertrags- und Aufwandsrealisierung: Bei Vorliegen von Remissionsrechten, im Wesentlichen für Printprodukte, müssen Schätzungen in Bezug auf das erwartete Remissionsvolumen vorgenommen werden, da die Umsatzrealisierung unter Beachtung der erwarteten Remissionen erfolgt. Zur Ermittlung der erwarteten Remissionen werden statistisch ermittelte Rückgabequoten herangezogen.
  • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen: Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen werden aufgrund von Risikofaktoren wie etwa finanziellen Schwierigkeiten eines Kunden oder ungünstigen Veränderungen in der Wirtschaftslage bei Beachtung der Fälligkeitsstruktur der Forderungen gebildet. Beim Entrichten von Vorauszahlungen an Autoren zur Sicherung der Verwertungsrechte an deren Veröffentlichungen werden des Weiteren Schätzungen und Annahmen bezüglich der zukünftigen Verkaufserfolge vorgenommen. Zudem werden bei Sport- und Filmrechten Schätzungen hinsichtlich der erwarteten Umsatzerlöse vorgenommen.
  • Wertminderungen: Geschäfts- oder Firmenwerte sowie immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer werden mindestens einmal jährlich auf Werthaltigkeit überprüft. Immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer und Sachanlagen werden gemäß IAS 36 einem Werthaltigkeitstest unterzogen, wenn Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Ein Wertminderungsaufwand liegt vor, wenn der Buchwert eines Vermögenswerts seinen erzielbaren Betrag überschreitet. Der erzielbare Betrag wird dabei als der jeweils höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert ermittelt, wobei zunächst grundsätzlich der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten festgestellt wird. Dieser wird in der Regel unter Anwendung der Discounted-Cashflow-Methode ermittelt, die auf im Rahmen von Unternehmensplanungen ermittelten zukünftigen Cashflow-Prognosen basiert. Den Cashflow-Prognosen liegen bestmögliche Einschätzungen des Managements hinsichtlich der zukünftigen Entwicklungen zugrunde. Die wichtigsten Annahmen beinhalten auch geschätzte Wachstumsraten, gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten und Steuersätze. Änderungen dieser Schätzungen infolge neuerer Informationen können einen erheblichen Einfluss auf die Höhe der möglichen Wertminderung herbeiführen. Zur ausführlichen Darstellung der Annahmen und Schätzungen, die bei der Werthaltigkeitsprüfung von immateriellen Vermögenswerten (einschließlich der Geschäfts- oder Firmenwerte) und Sachanlagen im Bertelsmann-Konzern verwendet werden, wird auf die Textziffern 11 „Immaterielle Vermögenswerte“ und 12 „Sachanlagen“ des Anhangs verwiesen.
  • Pensionsverpflichtungen: Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen erfolgt auf Basis des sogenannten Anwartschaftsbarwertverfahrens. Dabei werden neben den biometrischen Rechnungsgrundlagen und dem aktuellen langfristigen Kapitalmarktzins insbesondere auch Annahmen über zukünftige Gehalts- und Rentensteigerungen berücksichtigt. Erläuterungen hinsichtlich der bei der Pensionsbilanzierung getroffenen Annahmen finden sich unter Textziffer 19 „Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen“.
  • Rückstellungen für Drohverlustrisiken, Rechtsstreitigkeiten und Gewährleistungen beruhen hinsichtlich ihrer Höhe und Eintrittswahrscheinlichkeit ebenfalls in erheblichem Maße auf Einschätzungen des Managements. Der Beurteilung, ob eine gegenwärtige Verpflichtung vorliegt, ein Ressourcenabfluss wahrscheinlich und die Höhe der Verpflichtung verlässlich ermittelbar ist, liegen in der Regel Expertisen interner oder externer Sachverständiger zugrunde. Durch neuere Informationen können sich die Einschätzungen ändern und somit die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns beeinflussen.

Darüber hinaus werden bei Kaufpreisallokationen Annahmen hinsichtlich der Bewertung von im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Vermögenswerten und übernommenen Schulden getroffen, insbesondere in Bezug auf die erworbenen immateriellen Vermögenswerte, da als Bewertungsmaßstab der beizulegende Zeitwert dient, der in der Regel als Barwert der zukünftigen Cashflows nach Berücksichtigung des Barwerts des abschreibungsbedingten Steuervorteils (Tax Amortization Benefit) ermittelt wird.

Ferner basiert die Festlegung konzerneinheitlicher Nutzungsdauern auf Einschätzungen des Managements. Allgemeine Ausführungen zu Nutzungsdauern finden sich in den Abschnitten „Sonstige immaterielle Vermögenswerte“ und „Sachanlagen“.

Im Rahmen der regelmäßigen Überprüfung der Nutzungsdauer von Vermögenswerten im Bertelsmann-Konzern wurde die von BMG zum 1. Januar 2013 auf bis zu 25 Jahre verlängerte Nutzungsdauer der Musikrechte auch für die konzernweiten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden übernommen. Die Anpassungen führten in dem Zeitraum, in dem BMG im Berichtsjahr als assoziiertes Unternehmen at-equity einbezogen wurde, zu einem um 2 Mio. € erhöhten At-equity-Ergebnis nach Steuern im Bertelsmann-Konzernabschluss. Aufgrund des Statuswechsels zum 30. März 2013 in Bezug auf BMG erfolgt keine Quantifizierung der Auswirkungen der Anpassung in den darauffolgenden Perioden und Berichtsjahren. Zudem erfolgen Einschätzungen seitens des Managements, ob immaterielle Vermögenswerte eine unbegrenzte Nutzungsdauer aufweisen. Im Unterschied zum Vorjahr werden die Anzeigenvermarktungsrechte in China von Gruner + Jahr in Höhe von 32 Mio. € nunmehr als immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer angesehen. Detaillierte Erläuterungen dazu sind der Textziffer 11 „Immaterielle Vermögenswerte“ zu entnehmen. Die Anpassung bedingte in der Berichtsperiode eine Erhöhung des Abschreibungsaufwands von weniger als 1 Mio. € und führt in den Folgejahren zu einem um 2 Mio. € höheren Abschreibungsaufwand.

Annahmen und Schätzungen liegen auch den Beurteilungen hinsichtlich der Realisierbarkeit zukünftiger Steuerentlastungen zugrunde. Aktive latente Steuern werden in der Höhe angesetzt, in der sie später wahrscheinlich genutzt werden können. Zur Beurteilung der Wahrscheinlichkeit der zukünftigen Nutzbarkeit aktiver latenter Steuern werden verschiedene Faktoren herangezogen, darunter die vergangene Ertragslage, Unternehmensplanung und Steuerplanungsstrategien sowie Verlustvortragsperioden. Erläuterungen zur Beurteilung der Realisierbarkeit steuerlicher Entlastungen werden unter Textziffer 10 „Steuern vom Einkommen und vom Ertrag“ dargelegt.

Darüber hinaus werden Schätzungen zur Berechnung latenter Steuern auf das Fondsvermögen vorgenommen, das im Rahmen eines Contractual Trust Arrangement (CTA) für Pensionszusagen gehalten wird. Die Schätzung erfolgt anhand der laufenden Besteuerungsgrundlagen pro Fonds für das Vorjahr – gemäß Veröffentlichungen im Bundesanzeiger – in Kombination mit stichtagsbezogenen Marktwerten. Die Änderung der Schätzungsparameter im Berichtsjahr führte zur Erhöhung der latenten Steuerverbindlichkeit um 3 Mio. € und teilt sich in einen latenten Steuerertrag in Höhe von 3 Mio. € und einen gegenläufigen Effekt in Höhe von 6 Mio. €, der im sonstigen Ergebnis erfasst wurde. Die Auswirkungen für die zukünftigen Perioden sind nicht quantifizierbar, da nicht einschätzbar.

Annahmen werden zudem bei der Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten getroffen. Hierbei verwendet Bertelsmann verschiedene finanzmathematische Methoden, die den zu den jeweiligen Bilanzstichtagen herrschenden Marktbedingungen und Risiken Rechnung tragen. Die in die Modelle eingehenden Inputparameter stützen sich soweit möglich auf beobachtbare Marktdaten. Liegen diese nicht vor, gründet sich die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte auf Annahmen des Managements. Diese Annahmen betreffen Inputfaktoren wie Liquiditätsrisiko und Ausfallrisiken.

Des Weiteren beziehen sich die Annahmen und Schätzungen auf aktienbasierte Vergütung. Die Bedingungen der Aktienoptionspläne werden im Abschnitt „Aktienoptionspläne bei Tochtergesellschaften“ unter Textziffer 18 „Eigenkapital“ näher erläutert.

Die Schätzungen und die zugrunde liegenden Annahmen werden fortlaufend überprüft. Anpassungen der Schätzungen werden grundsätzlich in der Periode der Änderung und in den zukünftigen Perioden berücksichtigt.

Vorjahresinformationen

Mit erstmaliger Anwendung des überarbeiteten IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer zum 1. Januar 2013 wurden aufgrund der retrospektiven Anwendung die Vorjahreswerte der betreffenden Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung entsprechend angepasst. Da der Bertelsmann-Konzern bereits das bisherige Wahlrecht des IAS 19 in Anspruch genommen hat, versicherungsmathematisch Gewinne und Verluste im sonstigen Ergebnis zu erfassen, resultieren aus der Erstanwendung keine materiellen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage für das Geschäftsjahr 2012. Das EBIT verminderte sich um 3 Mio. € auf 1.327 Mio. €. Das Finanzergebnis verringerte sich um 7 Mio. € auf -322 Mio. €, die Steuern vom Einkommen und Ertrag verbesserten sich um 3 Mio. € auf -393 Mio. € und das Konzernergebnis reduzierte sich um 7 Mio. € auf 612 Mio. €. Aufgrund der Verringerung des EBIT um 3 Mio. € minderten sich auch das Operating EBIT auf 1.732 Mio. € sowie das Operating EBITDA auf 2.210 Mio. €. Der Bilanzposten „Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen“ reduzierte sich aufgrund dieser Änderungen zum 1. Januar 2012 um 8 Mio. € auf 1.730 Mio. € und zum 31. Dezember 2012 um 5 Mio. € auf 2.146 Mio. €. Das Eigenkapital der Bertelsmann-Aktionäre erhöhte sich zum 1. Januar 2012 um 6 Mio. € auf 5.313 Mio. € und zum 31. Dezember 2012 um 4 Mio. € auf 5.267 Mio. €. Der Bilanzposten „Aktive latente Steuern“ reduzierte sich zum 1. Januar 2012 um 2 Mio. € auf 1.146 Mio. € und zum 31. Dezember 2012 um 1 Mio. € auf 1.205 Mio. €. Die Effekte in der Gewinn- und Verlustrechnung resultieren vornehmlich aus der Anwendung der Nettozinsmethode und aus der Neuberechnung der Aufstockungsbeträge aus Altersteilzeitverpflichtungen. Die Effekte in der Bilanz sind vorwiegend auf die Änderung der Rückstellung für Altersteilzeitprogramme zurückzuführen. Auf die Erstellung einer dritten Bilanz zum Eröffnungsstichtag des Vergleichsjahres wird im Einklang mit IAS 1.40A (b) aus Wesentlichkeitsgründen verzichtet. Die Auswirkungen des überarbeiteten IAS 19 auf die aktuelle Berichtsperiode führen zu vergleichbaren Effekten wie für das Vorjahr 2012 berichtet. Unter Berücksichtigung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses sowie der Unwesentlichkeit der Beträge wird auf die Angaben gem. IAS 8.28 (f) bezogen auf das laufende Jahr verzichtet.

Die erstmalige Anwendung des IFRS 13 Bemessung des beizulegenden Zeitwerts führte für den Bertelsmann-Konzern zu keinen wesentlichen Effekten.