in Mio. €31.12.201331.12.2012
Leistungsorientierte Verpflichtungen1.8322.028
Pensionsähnliche Verpflichtungen118
1.9442.146

Für die derzeitigen und früheren Mitarbeiter des Bertelsmann-Konzerns sowie für deren Hinterbliebene bestehen je nach den rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes unterschiedliche Formen der Altersversorgung. Die betriebliche Altersversorgung erfolgt im Konzern sowohl beitrags- als auch leistungsorientiert.

Bei den beitragsorientierten Altersversorgungsplänen (Defined Contribution Plans) leistet das Unternehmen auf gesetzlicher, vertraglicher oder freiwilliger Basis Zahlungen an einen externen Fonds oder eine andere Versorgungseinrichtung. Mit Zahlung der Beträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen, sodass keine Rückstellungen gebildet werden. Der Aufwand für beitragsorientierte Pläne betrug im Geschäftsjahr 35 Mio. € (Vj.: 31 Mio. €). Alle übrigen Altersversorgungspläne sind leistungsorientiert (Defined Benefit Plans). Die Verpflichtungen der US-Gesellschaften für die Krankheitskosten der Mitarbeiter nach deren Eintritt in den Ruhestand (Pläne für medizinische Versorgung) stellen ebenfalls leistungsorientierte Zusagen dar und sind in den bilanzierten Rückstellungen enthalten. Bei allen Altersversorgungsplänen ist zu unterscheiden, ob die Finanzierung über eine externe Anlage erfolgt oder nicht:

Bilanzierte Nettoschuld für leistungsorientierte Pläne  

in Mio. €31.12.201331.12.2012
Anwartschaftsbarwert rückstellungsfinanzierter Versorgungszusagen1.4211.541
Anwartschaftsbarwert extern finanzierter Versorgungszusagen1.8531.818
Summe der Anwartschaftsbarwerte der Versorgungszusagen3.2743.359
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens-1.449-1.337
Bilanzierte Nettoschuld1.8252.022
davon Pensionsrückstellungen1.8322.028
davon sonstige Vermögenswerte76

Im Geschäftsjahr und im Vorjahr hatte die Obergrenze nach IAS 19.64 keinen Einfluss auf das übrige kumulierte Eigenkapital.

Für diese leistungsorientierten Versorgungspläne werden Rückstellungen gebildet. Im Wesentlichen bestehen Festgehaltszusagen sowie Endgehaltspläne:

Leistungsorientierte Versorgungspläne  

in Mio. €31.12.201331.12.2012
Festgehaltspläne/Rentenbausteinsysteme1.6431.700
Endgehaltspläne1.2181.214
Karrieredurchschnittspläne254274
Sonstige Zusagen9693
Pläne für medizinische Versorgung6378
Anwartschaftsbarwert3.2743.359
davon Kapitalzusagen194189

Der Anwartschaftsbarwert und das Planvermögen teilen sich wie folgt auf die Regionen auf:

Aufteilung des Anwartschaftsbarwerts und des Planvermögens nach Regionen  

in Mio. €31.12.201331.12.2012
Deutschland2.5872.624
Großbritannien345348
USA174224
Übriges Europa150143
Sonstige Länder1820
Anwartschaftsbarwert3.2743.359
in Mio. €31.12.201331.12.2012
Deutschland960871
Großbritannien345312
USA100110
Übriges Europa3535
Sonstige Länder99
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens1.4491.337

Die Verpflichtungen und das vorhandene Planvermögen der bestehenden Pensionspläne sind zum Teil demografischen, rechtlichen und ökonomischen Risiken ausgesetzt. Bei den demografischen Risiken handelt es sich insbesondere um das Langlebigkeitsrisiko der Rentenempfänger. Ökonomische Risiken beinhalten in diesem Sinne hauptsächlich unvorhersehbare Entwicklungen an den Kapitalmärkten und die damit verbundenen Wechselwirkungen auf das Planvermögen und die Pensionsverpflichtungen. Rechtliche Risiken können zum Beispiel aus Beschränkungen bei der Vermögensanlage und Mindestdotierungsvorschriften resultieren. Um diese Risiken deutlich zu minimieren, ist 2004 eine konzernweite Pensionsleitlinie eingeführt worden. Demnach sind neue Pensionspläne grundsätzlich nur als beitragsorientierte Pläne zu konzipieren, sodass die Belastungen aus Versorgungszusagen jederzeit tragbar, kalkulierbar und transparent sind und für das Unternehmen keine unbeeinflussbaren Risiken entstehen. Zudem ist der Bertelsmann-Konzern bestrebt, insbesondere bestehende endgehaltsabhängige Pensionsverträge in trendunabhängige Bausteinsysteme und Kapitalzusagen zu überführen. Aufgrund dieser Maßnahmen entfällt die Verpflichtung nahezu vollständig auf geschlossene Pläne.

Für den Bertelsmann-Konzern liegen Mindestdotierungsverpflichtungen bei den Plänen in den USA und Großbritannien vor. Der Pensionsplan in den USA unterliegt den Mindestfinanzierungsvereinbarungen gemäß dem „Employee Retirement Income Security Act of 1974“ (ERISA). Hierbei wird generell ein ausfinanzierter Pensionsplan angestrebt, sodass sich die jährlichen Beiträge zum Planvermögen – wie bei einem beitragsorientierten Plan – lediglich auf die in dem Jahr erdienten Pensionsansprüche der versicherten Arbeitnehmer beschränken. Liegt keine vollständige Deckung der Pensionsverpflichtung durch Planvermögen vor, ist über diesen Beitrag hinaus ein weiterer Betrag dem Planvermögen zuzuführen, dessen Höhe eine Ausfinanzierung in einem Zeitraum von sieben Jahren gewährleistet. Die Pläne in Großbritannien unterliegen dem „Pensions Act 2004“, der bei jährlicher Überwachung vorsieht, in einem Dreijahresturnus die Ausfinanzierung des Pensionsplanes versicherungsmathematisch zu überprüfen und gegebenenfalls aufgetretene Defizite durch weiteres Zuführen von Planvermögen zu eliminieren.

Darüber hinaus ist ein Konzernunternehmen in den USA an einem Pensionsplan beteiligt, der gemeinschaftlich mit nicht verbundenen Unternehmen unterhalten wird (Multi-Employer Plan). Hierbei handelt es sich im Grundsatz um einen leistungsorientierten Versorgungsplan. Da die für eine Bilanzierung als leistungsorientierter Plan erforderlichen Informationen weder zeitgerecht noch in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen, wird dieser Versorgungsplan im Konzernabschluss entsprechend den Vorschriften für beitragsorientierte Pläne berücksichtigt. Die Beiträge basieren auf mit den Gewerkschaften regelmäßig neu ausgehandelten Tarifvereinbarungen und liegen bei derzeit 3,94 € pro geleisteter Schicht. Die Beiträge werden als Personalaufwand erfasst und betragen im Berichtsjahr weniger als 1 Mio. €. Damit leistet Bertelsmann einen Anteil von knapp 7 Prozent der Gesamtbeiträge zum Plan, der derzeit eine Funding-Quote von 75 Prozent, basierend auf dem versicherungsmathematischen Wert des Planvermögens, aufweist. Bertelsmann unterliegt im Berichtsjahr einer Mindestdotierungspflicht von weniger als 1 Mio. €. Für das Folgejahr werden ebenfalls weniger als 1 Mio. € an Beitragszahlungen erwartet. Höhere Beitragszahlungen des Konzerns können insbesondere dann notwendig werden, wenn ein negativer Finanzierungsstatus eine bestimmte Grenze überschreitet. Sollte Bertelsmann aus dem gemeinschaftlichen Plan ausscheiden, wären für weitere 20 Jahre Beiträge zu zahlen, alternativ könnte Bertelsmann die Verpflichtung durch eine Einmalzahlung ablösen.

Die Ziel-Portfoliostruktur der Pensionspläne wird mit Hilfe von Asset-Liability-Studien ermittelt und regelmäßig überprüft. Danach werden die Vermögensanlagen unter Berücksichtigung der Anlagerisiken und eventueller Mindestdotierungsverpflichtungen für die Anlage von Pensionsvermögen langfristig auf die Verpflichtungen abgestimmt. Über die in den USA und Großbritannien beschriebenen Mindestdotierungsvorschriften hinaus bestehen keine weiteren wesentlichen regulatorischen Bestimmungen.

Die zu bildenden Rückstellungen werden nach IAS 19 ermittelt, ihre Bewertung erfolgt auf Basis von versicherungsmathematischen Gutachten. Die Höhe der Rückstellungen hängt von der Dienstzeit im Unternehmen sowie von den versorgungsrelevanten Bezügen ab. Die Berechnung der Rückstellungen erfolgt auf Basis des sogenannten Anwartschaftsbarwertverfahrens, das jedem Dienstjahr den entsprechenden erdienten Leistungsanspruch zuordnet und dadurch im Vergleich zum Teilwertverfahren steigenden Dienstzeitaufwand unterstellt. Für die Ermittlung des Barwerts der Pensionsverpflichtung ist dabei der zugrunde gelegte Rechnungszins von wesentlicher Bedeutung. Dieser basiert im Bertelsmann-Konzern auf dem „Mercer Yield Curve Approach“. Hierbei wird jeweils für die Eurozone, Großbritannien und die USA eine „Spot Rate Yield Curve“ auf Basis der Anleihen aus den Indizes von Bloomberg bzw. Barclays Capital erstellt. Um den Zeitwert des Geldes gemäß IAS 19.84 angemessen darzustellen, bleiben dabei in der Basis sowohl statistische Ausreißer, die in ihrer Risikoeinstufung deutlich höher oder niedriger liegen, als auch Anleihen, die zinsverzerrende Optionen besitzen, unberücksichtigt.

Weitere signifikante versicherungsmathematische Annahmen werden wie folgt unterstellt:

Versicherungsmathematische Annahmen  

31.12.201331.12.2012
DeutschlandAuslandDeutschlandAusland
Abzinsungssatz3,72 %4,24 %3,48 %3,89 %
Gehaltstrend2,25 %3,67 %2,25 %2,91 %
Rententrend1,84 %1,69 %1,80 %1,04 %
Künftige Kostensteigerung für medizinische Versorgung7,6-7,9 %7,9-8,2 %

Eine Erhöhung oder Verminderung der oben genannten Annahmen im Vergleich zu den tatsächlich verwendeten Annahmen hätte folgende Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert zum 31.12.2013 gehabt:

Auswirkungen der versicherungsmathematischen Annahmen  

in Mio. €Erhöhung des ProzentsatzesVerminderung des Prozentsatzes
Effekt der Veränderung des Abzinsungssatzes um 0,5 Prozentpunkte-229254
Effekt der Veränderung des Gehaltstrends um 0,5 Prozentpunkte37-34
Effekt der Veränderung des Rententrends um 0,5 Prozentpunkte114-103
Effekt der Veränderung der künftigen Kostensteigerung für medizinische Versorgung um 1,0 Prozentpunkt3-2

Der Anwartschaftsbarwert und das Planvermögen haben sich wie folgt entwickelt:

Entwicklung des Anwartschaftsbarwerts und des Planvermögens  

in Mio. €20132012
Anwartschaftsbarwert am 1.1.3.3592.780
Laufender Dienstzeitaufwand5946
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand-102
Zinsaufwand117131
Versicherungsmathematische Gewinne (-) und Verluste (+)
- aus der Änderung finanzieller Annahmen-101544
- aus der Änderung demografischer Annahmen-7-28
- erfahrungsbedingte Berichtigungen5-3
Gewinne aus Abgeltungen-4
Zahlungswirksame Effekte aus Abgeltungen-11
Pensionszahlungen durch den Arbeitgeber-106-101
Beiträge der Arbeitnehmer zum Planvermögen33
Pensionszahlungen aus dem Planvermögen-18-17
Veränderung des Konsolidierungskreises5
Währungseffekte-193
Sonstige Veränderungen-1
Anwartschaftsbarwert am 31.12.3.2743.359
 
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens am 1.1.1.3371.172
Zinsertrag5057
Neubewertungskomponente3264
Abgeltungen-11
Beiträge des Arbeitgebers7155
Beiträge der Arbeitnehmer33
Pensionszahlungen aus dem Planvermögen-18-17
Veränderung des Konsolidierungskreises-2
Währungseffekte-134
Sonstige Veränderungen-1
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens am 31.12.1.4491.337
 
Finanzierungsstatus1.8252.022

Das größte Planvermögen im Konzern wird durch den Bertelsmann Pension Trust e.V. treuhänderisch im Rahmen eines Contractual Trust Arrangement (CTA) für Pensionszusagen der Bertelsmann SE & Co. KGaA und einige der deutschen Tochtergesellschaften verwaltet. Für den CTA besteht keine Dotierungsverpflichtung.

Die im Inland bestehenden Erstattungsansprüche für leistungsorientierte Verpflichtungen in Höhe von 22 Mio. € (Vj.: 22 Mio. €) betreffen im Wesentlichen Rückdeckungsversicherungen, die nicht an die Versorgungsberechtigten verpfändet sind. Erstattungsansprüche werden in der Bilanzposition „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen“ ausgewiesen.

Von den Aufwendungen aus leistungsorientierten Plänen in Höhe von 112 Mio. € (Vj.: 122 Mio. €) wurden 45 Mio. € (Vj.: 48 Mio. €) in der Position „Personalaufwand“ sowie 67 Mio. € (Vj.: 74 Mio. €) in den Positionen „Übrige finanzielle Aufwendungen“ und „Übrige finanzielle Erträge“ erfasst. Der im Personalaufwand enthaltene nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand sowie die Gewinne aus Abgeltungen belaufen sich auf -14 Mio. € (Vj.: 2 Mio. €) und entfallen im Wesentlichen auf den Zusammenschluss von Random House und Penguin zum 1. Juli 2013 und die damit verbundene Neukonzipierung der Pensionspläne in den USA. Der Aufwand setzt sich folgendermaßen zusammen:

Aufwand aus leistungsorientierten Plänen  

in Mio. €20132012
Laufender Dienstzeitaufwand5946
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand und Auswirkungen von Abgeltungen-142
Nettozinsaufwand6774
Nettopensionsaufwand112122

Die Portfoliostruktur des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

Portfoliostruktur des Planvermögens  

in Mio. €31.12.201331.12.2012
Eigenkapitalinstrumente1)444390
Schuldinstrumente1)823743
Sonstige Wertpapierfonds8594
Qualifizierte Versicherungspolicen6365
Liquide Mittel2340
Immobilien51
Derivative41
Sonstiges3
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens1.4491.337

Im nächsten Geschäftsjahr werden sich die Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen voraussichtlich auf 22 Mio. € belaufen.

Die Entwicklung der bilanzierten Nettoschuld stellt sich wie folgt dar:

Entwicklung der bilanzierten Nettoschuld  

in Mio. €20132012
Bilanzierte Nettoschuld am 1.1.2.0221.608
Nettopensionsaufwand112122
Neubewertungskomponente leistungsorientierter Versorgungspläne-135449
Pensionszahlungen-106-101
Beiträge zum Planvermögen-71-55
Veränderung des Konsolidierungskreises7
Währungskursveränderung-6-1
Sonstige Effekte2
Bilanzierte Nettoschuld am 31.12.1.8252.022

Die gewichtete durchschnittliche Duration der Pensionsverpflichtungen beläuft sich zum 31.12.2013 auf 16 Jahre (Vj.: 16 Jahre).

Das Fälligkeitsprofil der erwarteten undiskontierten Pensionszahlungen ist der folgenden Tabelle zu entnehmen:

Fälligkeitsprofil der Pensionszahlungen  

in Mio. €2013
Zahlungen fällig in
unter einem Jahr132
1 bis unter 2 Jahren131
2 bis unter 3 Jahren136
3 bis unter 4 Jahren143
4 bis unter 10 Jahren825

Die pensionsähnlichen Verpflichtungen betreffen Rückstellungen für Dienstjubiläen, noch nicht abgeführte Beträge zu beitragsorientierten Plänen und Abfertigungen. Abfertigungen werden beim Ausscheiden des Mitarbeiters aus dem Unternehmen gezahlt und beruhen auf gesetzlichen Verpflichtungen, vorwiegend in Italien und Österreich. Rückstellungen für Jubiläumszahlungen und Abfertigungen werden analog zu den Verpflichtungen aus leistungsorientierten Plänen ermittelt, allerdings werden versicherungsmathematische Gewinne und Verluste erfolgswirksam erfasst. Arbeitnehmer in Deutschland, die das 55. Lebensjahr vollendet haben und in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis stehen, können ihr Arbeitsverhältnis in ein Altersteilzeitarbeitsverhältnis umwandeln. Das Altersteilzeitarbeitsverhältnis dauert zwischen zwei und fünf Jahren.

Die Aufteilungen der pensionsähnlichen Verpflichtungen können der folgenden Tabelle entnommen werden:

Aufteilungen der pensionsähnlichen Verpflichtungen  

in Mio. €31.12.201331.12.2012
Rückstellungen für Altersteilzeit4148
Rückstellungen für Abfertigungen3737
Jubiläumsrückstellungen2929
Sonstige54
Pensionsähnliche Verpflichtungen112118