Fälligkeitsanalyse ausgewählter finanzieller Vermögenswerte

Fälligkeitsanalyse ausgewählter finanzieller Vermögenswerte  

Zum Stichtag nicht einzelwertberichtigt, aber fällig seit:
in Mio. €Zum Stichtag weder wertberichtigt noch fällig< 1 Monat1 bis 3 Monaten3 bis 6 Monaten6 bis 12 Monaten> 12 MonatenBruttowert der einzelwert-
berichtigten
Forderungen
Ausleihungen6994
Wertpapiere und Finanzanlagen196
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen2.329351146513243260
Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen19
Sonstige ausgewählte Forderungen5537715222
Buchwert zum 31.12.20132.989358153523745382
Ausleihungen10640
Wertpapiere und Finanzanlagen1928
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen2.126342113453026222
Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen23
Sonstige ausgewählte Forderungen543112619192813
Buchwert zum 31.12.20122.990353139644954283

Die offenen noch nicht fälligen Forderungen wurden nicht wertberichtigt, da zum Abschlussstichtag keine Anzeichen für Forderungsausfälle vorlagen.

Wertberichtigungsspiegel gemäß IFRS 7  

in Mio. €VorjahrZuführungVerbrauchAuflösungVerän-
derung
Konsolidie-
rungskreis
Wechsel-
kurseffekt
Berichts-
jahr
Ausleihungen-51-59115-94
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen-52-812-4-52
Sonstige Beteiligungen-70-10141-65
Wertpapiere und Finanzanlagen-11-16-6
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen-183-642337-495-231
Sonstige Forderungen-27-751-28
Summe 2013-394-1492489-526-476
Ausleihungen-30-2616-2-51
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen-53-12-52
Sonstige Beteiligungen-65-1519-70
Wertpapiere und Finanzanlagen-11-1313-11
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen-169-651244-5-183
Sonstige Forderungen-24-814-27
Summe 2012-352-1282865-7-394

Aufgrund der weltweiten Tätigkeit und der diversifizierten Kundenstruktur im Bertelsmann-Konzern besteht keine wesentliche Konzentration von Ausfallrisiken. Der Konzern verfügt für Forderungen von mehr als 5 Mio. € über Kreditbesicherungen in Höhe von 421 Mio. € (Vj.: 333 Mio. €), die ein potenzielles, aber aktuell nicht vorhandenes Ausfallrisiko bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen vermindern würden. Der Buchwert aller Forderungen, Ausleihungen und Wertpapiere stellt das maximale Ausfallrisiko der Gruppe dar.

Die folgende Tabelle zeigt die vertragliche Restlaufzeit der finanziellen Verbindlichkeiten. Die Daten beruhen auf undiskontierten Cashflows, basierend auf dem frühesten Tag, an dem der Konzern zur Zahlung verpflichtet werden kann.

Vertragliche Restlaufzeitenanalyse der finanziellen Verbindlichkeiten  

  Undiskontierte Mittelabflüsse  
in Mio. €BuchwertBis 1 Jahr1 bis 5 JahreÜber 5 JahreSumme
Genusskapital413413413
Festverzinsliche Anleihen und Schuldscheindarlehen3.0789671.2169103.093
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten1128923112
Leasingverbindlichkeiten85145432100
Sonstige Finanzschulden10692104106
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen3.2423.11611793.242
Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen141414
Finanzgarantien
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten1.042817521731.042
Stand 31.12.20138.0925.1091.8851.1288.122
Genusskapital413413413
Festverzinsliche Anleihen und Schuldscheindarlehen3.6631522.6189103.680
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten8275782
Leasingverbindlichkeiten99176040117
Sonstige Finanzschulden32217432
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen2.8402.70113182.840
Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen131313
Finanzgarantien93710
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten1.144896601881.144
Stand 31.12.20128.2953.8783.3031.1508.331

Den kurzfristigen Zahlungsabflüssen aus finanziellen Verbindlichkeiten stehen geplante Zahlungszuflüsse aus Forderungen und sonstigen finanziellen Vermögenswerten gegenüber. Darüber hinaus verfügt die Bertelsmann SE & Co. KGaA zur Deckung kurzfristiger Mittelabflüsse über eine ausreichende Finanzierungsreserve in Höhe der zum Bilanzstichtag bestehenden liquiden Mittel und der freien Kreditlinien.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Restlaufzeiten der vertraglich festgelegten, im Rahmen eines derivativen Finanzinstruments zu tauschenden Beträge, für die Zahlungen auf Bruttobasis getauscht werden:

Verbindlichkeiten aus Derivativen mit Bruttoausgleich  

  Restlaufzeit der Verbindlichkeiten  
in Mio. €Bis 1 Jahr1 bis 5 JahreÜber 5 Jahre
Zahlungsabflüsse-1.841-314
Zahlungszuflüsse1.804300
Stand 31.12.2013-37-14
Zahlungsabflüsse-1.488-211
Zahlungszuflüsse1.462205
Stand 31.12.2012-26-6

Die Restlaufzeit der vertraglich festgelegten, im Rahmen eines derivativen Finanzinstruments zu tauschenden Beträge, für die Zahlungen auf Nettobasis getauscht werden, beträgt:

Verbindlichkeiten aus Derivativen mit Nettoausgleich  

Restlaufzeit der Verbindlichkeiten
in Mio. €Bis 1 Jahr1 bis 5 JahreÜber 5 Jahre
Zahlungsabflüsse Stand 31.12.2013-1-1
Zahlungsabflüsse Stand 31.12.2012-2-2

Auf Grundlage der vertraglich vereinbarten Restlaufzeiten für die zum Stichtag bestehenden finanziellen Verbindlichkeiten ergeben sich für den Konzern zukünftig folgende Zinszahlungen:

Zukünftige Zinszahlungen  

  Undiskontierte Zinszahlungen 
in Mio. €Bis 1 Jahr1 bis 5 JahreÜber 5 JahreSumme
Genuss kapital45136181
Festverzinsliche Anleihen und Schuldscheindarlehen149194133476
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten77
Leasingverbindlichkeiten39315
Sonstige Finanzschulden224
Stand 31.12.2013206341136683
Genusskapital45181226
Festverzinsliche Anleihen und Schuldscheindarlehen174365159698
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten55
Leasingverbindlichkeiten311418
Sonstige Finanzschulden112
Stand 31.12.2012228558163949

Buchwerte und Wertansätze nach Bewertungskategorien

Aktiva  

in Mio. €Bewertungskategorie gemäß IAS 39   Summe 31.12.2013Bewertungskategorie gemäß IAS 39    Summe 31.12.2012
 Loans and ReceivablesAvailable-for-SaleFinancial Assets Initially Recognized at Fair Value through Profit or LossFinancial Assets Held for TradingDerivate mit Hedge- Beziehung Loans and ReceivablesAvailable-for-Sale Financial Assets Initially Recognized at Fair Value through Profit or LossFinancial Assets Held for TradingDerivate mit Hedge- Beziehung 
WertansatzZu fortgeführten AnschaffungskostenZu AnschaffungskostenErfolgsneutral zu beizulegenden ZeitwertenErfolgswirksam zu beizulegenden ZeitwertenErfolgswirksam zu beizulegenden Zeitwerten Zu fortgeführten AnschaffungskostenZu AnschaffungskostenErfolgsneutral zu beizulegenden ZeitwertenErfolgswirksam zu beizulegenden ZeitwertenErfolgswirksam zu beizulegenden Zeitwerten 
Ausleihungen69699595
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen15152121
Sonstige Beteiligungen1425019211676192
Wertpapiere und Finanzanlagen1918193344139189
Derivative Finanzinstrumente10233364248
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen2.9812.9812.7212.721
Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen19192323
Sonstige Forderungen571571633633
Flüssige Mittel2.3602.3602.1932.193
Sonstige Wertpapiere < 3 Monate385385465465
6.38616651810236.6446.1331401201396426.580

Innerhalb der finanziellen Vermögenswerte werden Beteiligungen an verbundenen Unternehmen und sonstige Beteiligungen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert sind, zu Anschaffungskosten bewertet. Die Bewertung zu Anschaffungskosten wird vorgenommen, da diese finanziellen Vermögenswerte über keine Preisnotierung auf einem aktiven Markt verfügen und damit keine verlässliche Schätzung des beizulegenden Zeitwerts möglich ist. Es ist nicht geplant, von den zur Veräußerung verfügbaren „Sonstigen Beteiligungen“ wesentliche Anteile in naher Zukunft zu veräußern.

Passiva  

in Mio. €Bewertungskategorie gemäß IAS 39   Summe 31.12.2013Bewertungskategorie gemäß IAS 39    Summe 31.12.2012
 Financial Liabilities at Amortized CostFinancial Liabilities Held for TradingDerivate mit Hedge-BeziehungNicht von IAS 39 erfasste Verbindlichkeiten Financial Liabilities at Amortized CostFinancial Liabilities Held for TradingDerivate mit Hedge-BeziehungNicht von IAS 39 erfasste Verbindlichkeiten 
WertansatzZu fortgeführten AnschaffungskostenErfolgswirksam zu beizulegenden Zeitwerten Zu fortgeführten AnschaffungskostenErfolgswirksam zu beizulegenden Zeitwerten 
Genusskapital413413413413
Festverzinsliche Anleihen und Schuldscheindarlehen3.0783.0783.6633.663
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten1121128282
Leasingverbindlichkeiten85859999
Sonstige Finanzschulden1061063232
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen3.2423.2422.8402.840
Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen14141313
Derivative Finanzinstrumente1539541720441
Finanzgarantien99
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten1.0421.0421.1441.144
8.0071539858.1468.19617201038.336

Für alle übrigen finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Schulden stellt deren Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar.

Beizulegende Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte nach Bewertungskategorien

Beizulegende Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte nach Bewertungskategorien  

in Mio. €Stufe 1:
Notierte Preise von aktiven Märkten
Stufe 2:
Beobachtbare Marktdaten
Stufe 3:
Nicht beobachtbare Marktdaten
Summe
31.12.2013
Beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifizierte Vermögenswerte88
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte1423551
Zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Vermögenswerte1010
Derivate mit Hedge-Beziehung2323
14433592
in Mio. €Stufe 1:
Notierte Preise von aktiven Märkten
Stufe 2:
Beobachtbare Marktdaten
Stufe 3:
Nicht beobachtbare Marktdaten
Summe 31.12.2012
Beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifizierte Vermögenswerte6079139
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte344541120
Zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Vermögenswerte66
Derivate mit Hedge-Beziehung4242
34153120307

Eine Zuordnung der in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente zu den drei Stufen der Fair-Value-Hierarchie nach Klassen ist aus den Tabellen „Buchwerte und Wertansätze nach Bewertungskategorien“ ableitbar.

Finanzielle Vermögenswerte der Bewertungsstufe 3  

in Mio. €Beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifizierte VermögenswerteZur Veräußerung verfügbare finanzielle VermögenswerteZu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle VermögenswerteDerivate mit
Hedge-Bezie-
hung
Summe
Stand 1.1.20137941120
Gesamter Gewinn bzw. Verlust2-6-4
- in Gewinn- und Verlustrechnung22
- im kumulierten übrigen Eigenkapital-6-6
Umgliederungen aus „Anteile an at-equity bilanzierten Beteiligungen"
Erwerbe
Emissionen
Veräußerung-81-81
Umgliederungen aus/in Stufe 3
Stand 31.12.20133535
Gewinn (+) bzw. Verlust (-) aus den zum Stichtag noch im Bestand befindlichen Vermögenswerten22
in Mio. €Beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifizierte VermögenswerteZur Veräußerung verfügbare finanzielle VermögenswerteZu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle VermögenswerteDerivate mit
Hedge-Bezie-
hung
Summe
Stand 1.1.20127634110
Gesamter Gewinn bzw. Verlust4711
– in Gewinn- und Verlustrechnung4-6-2
– im kumulierten übrigen Eigenkapital1313
Umgliederungen aus „Anteile an at-equity bilanzierten Beteiligungen“
Erwerbe
Emissionen
Veräußerung/Tilgung-1-1
Umgliederungen aus/in Stufe 3
Stand 31.12.20127941120
Gewinn (+) bzw. Verlust (-) aus den zum Stichtag noch im Bestand befindlichen Vermögenswerten4-6-2

Beizulegende Zeitwerte der finanziellen Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien  

in Mio. €Stufe 1:
Notierte Preise von aktiven Märkten
Stufe 2:
Beobachtbare Marktdaten
Stufe 3:
Nicht beobachtbare Marktdaten
Summe 31.12.2013
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten1515
Derivate mit Hedge-Beziehung3939
5454
in Mio. €Stufe 1:
Notierte Preise von aktiven Märkten
Stufe 2:
Beobachtbare Marktdaten
Stufe 3:
Nicht beobachtbare Marktdaten
Summe 31.12.2012
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten1717
Derivate mit Hedge-Beziehung2020
3737

Stufe 1:
Der beizulegende Zeitwert der bestehenden Finanzinstrumente wird auf Basis von Börsennotierungen zum Bilanzstichtag ermittelt.

Stufe 2:
Für die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts von nicht börsennotierten Derivaten verwendet Bertelsmann verschiedene finanzwirtschaftliche Methoden, die den zu den jeweiligen Bilanzstichtagen herrschenden Marktbedingungen und Risiken Rechnung tragen. Unabhängig von der Art des Finanzinstruments werden zukünftige Zahlungsströme auf Basis der am Bilanzstichtag geltenden Marktzinsen und Zinsstrukturkurven auf den Bilanzstichtag diskontiert.
Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften wird auf Basis der zum Bilanzstichtag geltenden Kassamittelkurse unter Berücksichtigung der Terminabschläge und -aufschläge für die jeweilige Restlaufzeit der Geschäfte ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Zinsderivaten wird auf Basis der am Bilanzstichtag geltenden Marktzinsen und Zinsstrukturkurven ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Warentermingeschäften wird von zum Bilanzstichtag veröffentlichten Börsennotierungen abgeleitet. Eventuell bestehende Inkongruenzen zu den standardisierten Börsenkontrakten werden durch Interpolation bzw. Hinzurechnungen berücksichtigt.

Stufe 3:
Sofern keine beobachtbaren Marktdaten vorlagen, erfolgte die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte überwiegend auf Basis von Cashflow-basierten Bewertungsverfahren.

Die Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten nach Stufe 2 und Stufe 3 erfordert bestimmte Annahmen des Managements bezüglich der Inputparameter des Modells einschließlich Cashflows, Abzinsungssatz und Ausfallrisiko. Im Berichtsjahr sind keine Umgliederungen zwischen den Stufen 1, 2 und 3 erfolgt.

Ergebniseffekt aus Finanzinstrumenten

Ergebniseffekt aus Finanzinstrumenten  

in Mio. €Kredite
und Forde-
rungen
Zur Ver-
äußerung
verfügbare
finanzielle
Vermögens-
werte, zu
Anschaf-
fungs-
kosten
Zur Ver-
äußerung
verfügbare
finanzielle
Vermögens-
werte, er-
folgsneutral
zu beizu-
legenden
Zeitwerten
Beim
erstmaligen
Ansatz als
erfolgswirk-
sam zum
beizulegen-
den Zeit-
wert klas-
sifizierte
Vermögens-
werte
Finanzielle Verbindlich-
keiten zu
fortge-
führten An-
schaffungs-
kosten
Derivate
mit Hedge-
Beziehung
Zu Handels-
zwecken
gehaltene
Finanz-
instrumente
Sonstige
Währungs-
kursände-
rungen
Aus Dividenden17
Aus Zinsen17-167-1
Aus Wertberichtigungen-84-12
Aus Bewertung zum
beizulegenden Zeitwert
Aus Währungskursveränderung24-36
Aus Veräußerung/Ausbuchung-224103-35
Ergebnis 2013-89910322-202-124-36
Aus Dividenden12
Aus Zinsen21-172-1
Aus Wertberichtigungen-21-12-15
Aus Bewertung zum6-8
beizulegenden Zeitwert
Aus Währungskursveränderung-1-1615
Aus Veräußerung/Ausbuchung-225232
Ergebnis 2012-22586-170-10-1615

Unter den sonstigen Währungskursveränderungen werden die Währungskurseffekte der Kategorien „Kredite und Forderungen“ und „Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten“ zusammengefasst.

Für die in den nachfolgenden Tabellen dargestellten und in der Bilanz saldierten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erlauben Globalverrechnungsvereinbarungen oder ähnliche Vereinbarungen dem Bertelsmann-Konzern und der Gegenpartei einen Ausgleich auf Nettobasis. Ein Ausgleich auf Nettobasis ist dabei sowohl im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit als auch beim Eintritt des Zahlungsausfalls einer Partei rechtlich wirksam. Darüber hinaus schließt Bertelsmann Finanzderivate ab, die die Kriterien für eine Saldierung in der Bilanz nicht erfüllen, da das Recht zur Saldierung von zukünftigen Ereignissen abhängig ist.

Saldierung von finanziellen Vermögenswerten  

in Mio. € 31.12.2013
 Nicht in der Bilanz saldierte Beträge
Bruttobetrag
bilanzierter
finanzieller
Vermögens-
werte
Bruttobetrag
bilanzierter
finanzieller
Verbindlich-
keiten, die
in der Bilanz
saldiert sind
Nettobetrag
bilanzierter
finanzieller
Vermögens-
werte
Finanz-
instrumente
Nettobetrag
Derivative finanzielle Vermögenswerte3333-627
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen2.998-172.9812.981
Liquide Mittel2.798-522.7462.746
5.829-695.760-65.754
in Mio. €31.12.2012
 Nicht in der Bilanz saldierte Beträge
Bruttobetrag
bilanzierter
finanzieller
Vermögens-
werte
Bruttobetrag
bilanzierter
finanzieller
Verbindlich-
keiten, die
in der Bilanz
saldiert sind
Nettobetrag
bilanzierter
finanzieller
Vermögens-
werte
Finanz-
instrumente
Nettobetrag
Derivative finanzielle Vermögenswerte4848-444
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen2.739-182.7212.721
Liquide Mittel2.665-72.6582.658
5.452-255.427-45.423

Saldierung von finanziellen Verbindlichkeiten  

in Mio. €31.12.2013
 Nicht in der Bilanz saldierte Beträge
Bruttobetrag
bilanzierter
finanzieller
Verbindlich-
keiten
Bruttobetrag
bilanzierter
finanzieller
Vermögens-
werte, die
in der Bilanz
saldiert sind
Nettobetrag
bilanzierter
finanzieller
Verbindlich-
keiten
Finanz-
instrumente
Nettobetrag
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten5454-648
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten164-52112112
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen3.259-173.2423.242
3.477-693.408-63.402
in Mio. €31.12.2012
 Nicht in der Bilanz saldierte Beträge
Bruttobetrag
bilanzierter
finanzieller
Verbindlich-
keiten
Bruttobetrag
bilanzierter
finanzieller
Vermögens-
werte, die
in der Bilanz
saldiert sind
Nettobetrag
bilanzierter
finanzieller
Verbindlich-
keiten
Finanz-
instrumente
Nettobetrag
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten3737-433
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten89-78282
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen2.858-182.8402.840
2.984-252.959-42.955

Bilanzierung von derivativen Finanzinstrumenten und Sicherungsgeschäften

Alle Derivate sind in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Am Tag des Vertragsabschlusses eines Derivats wird festgelegt, ob dieses als Sicherungsinstrument zur Absicherung des Zeitwerts (Fair Value) oder zur Absicherung einer vorhergesehenen Transaktion (Cashflow) dient. Einzelne Derivate erfüllen jedoch nicht die Voraussetzungen für eine Bilanzierung als Sicherungsgeschäft, obwohl sie bei wirtschaftlicher Betrachtung eine Sicherung darstellen.

Die Beziehungen zwischen Sicherungsinstrumenten und gesicherten Positionen sowie die Risikomanagementziele und -strategien im Zusammenhang mit den unterschiedlichen Sicherungsgeschäften werden dokumentiert. Dieses Verfahren beinhaltet die Verknüpfung aller als Sicherungsinstrumente bestimmten Derivate mit den jeweiligen Vermögenswerten, Schulden, festen Verpflichtungen oder vorhergesehenen Transaktionen. Des Weiteren beurteilt und dokumentiert das Unternehmen sowohl bei Eingehen des Sicherungsgeschäfts als auch auf fortlaufender Basis, ob die als Sicherungsinstrument verwendeten Derivate hinsichtlich des Ausgleichs von Änderungen der Marktwerte oder Cashflows der gesicherten Positionen hochwirksam sind.

Finanzderivate

Bertelsmann verwendet als Finanzderivate marktübliche, überwiegend außerhalb der Börse gehandelte (sogenannte OTC-)Instrumente. Dies sind vor allem Terminkontrakte, Währungsswaps, Währungsoptionen, Zinsswaps und vereinzelt Warentermingeschäfte. Die Geschäfte werden ausschließlich mit Banken einwandfreier Bonität getätigt. Abschlüsse der Zentralen Finanzabteilung erfolgen grundsätzlich nur mit einem durch den Vorstand genehmigten Bankenkreis. Das Nominalvolumen ist die Summe aller den Geschäften zugrunde liegenden Kauf- bzw. Verkaufsbeträge

Der überwiegende Teil der zum Stichtag bestehenden Finanzderivate dient zur Absicherung gegen Währungskursrisiken aus dem operativen Geschäft (43 Prozent). Auf Finanzderivate, die zur Absicherung gegen Währungskursrisiken aus konzerninternen Finanzierungen abgeschlossen wurden, entfallen zum Bilanzstichtag insgesamt 1.658 Mio. € (41 Prozent). Des Weiteren werden Finanzderivate zur Absicherung gegen Zinsrisiken aus liquiden Mitteln und Finanzierungen eingesetzt. Zu spekulativen Zwecken wurden keine Finanzderivate abgeschlossen.

Nominalvolumen der Finanzderivate  

Nominalvolumen zum 31.12.2013 Nominalvolumen zum 31.12.2012
in Mio. €< 1 Jahr1 bis 5 Jahre> 5 JahreSumme< 1 JahrJahre> 5 JahreSumme
Währungsgeschäfte 
Termingeschäfte und Währungsswaps2.892472113.3751.804517242.345
Währungsoptionen262633
Zinsgeschäfte
Zinsswaps6960967883178261
Übrige derivative Finanzinstrumente11
2.9881.081114.0801.890697242.611

Beizulegende Zeitwerte der Finanzderivate  

NominalvolumenBeizulegende Zeitwerte
in Mio. €31.12.201331.12.201231.12.201331.12.2012
Währungsgeschäfte 
Termingeschäfte und Währungsswaps3.3752.345-1915
Währungsoptionen263
Zinsgeschäfte
Zinsswaps678261-2-4
Übrige derivative Finanzinstrumente12
4.0802.611-2111

Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzderivaten wird das Wahlrecht nach IFRS 13.48 (Nettorisikobetrachtung) genutzt. Für die Ermittlung des Kreditrisikos aus Finanzderivaten wird die jeweilige Nettoposition der beizulegenden Zeitwerte mit den Vertragspartnern zugrunde gelegt, da diese hinsichtlich ihrer Markt- oder Kreditausfallrisiken auf Basis einer Nettoposition gesteuert werden. Die Absicherung gegen das Fremdwährungsrisiko aus dem Kauf von Programmrechten und Output-Deals für das Fernsehgeschäft erfolgt über den Abschluss von Devisentermingeschäften. Bertelsmann sichert zwischen 80 und 100 Prozent der zukünftigen Cashflows aus dem Kauf von Programmrechten in Fremdwährung, die eine feste Verpflichtung (innerhalb eines Jahres) oder eine mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretende zukünftige Transaktion darstellen, sowie zwischen 20 und 80 Prozent der längerfristigen (zwischen zwei und fünf Jahren) zukünftig erwarteten Transaktionen aus Output-Deals ab. Die eingesetzten Derivate werden im Rahmen von Cash Flow Hedges bilanziert. Der effektive Teil der Marktwertänderungen im Rahmen eines Cash Flow Hedge wird so lange im OCI belassen, bis die erfolgswirksamen Auswirkungen der gesicherten Positionen eintreten. Der zum 31. Dezember 2013 im OCI verbleibende Teil wird demnach die Gewinn- und Verlustrechnung in den Geschäftsjahren 2014 bis 2018 beeinflussen. Der ineffektive Teil aus den Cash Flow Hedges beträgt zum 31. Dezember 2013 weniger als 1 Mio. € (Vj.: -8 Mio. €).

In der nachfolgenden Tabelle wird eine Übersicht über die Buchwerte der derivativen Finanzinstrumente gegeben, die den beizulegenden Zeitwerten entsprechen. Dabei wird unterschieden, ob sie in eine wirksame Sicherungsbeziehung nach IAS 39 eingebunden sind oder nicht.

Derivative Finanzinstrumente  

in Mio. €Buchwert zum 31.12.2013Buchwert zum 31.12.2012
Aktiva
Termingeschäfte und Währungsswaps
Ohne Hedge-Beziehung96
In Verbindung mit Cash Flow Hedges2342
Zinsswaps
Ohne Hedge-Beziehung1
In Verbindung mit Cash Flow Hedges
Übrige in Verbindung mit Cash Flow Hedges
Passiva
Termingeschäfte und Währungsswaps
Ohne Hedge-Beziehung1314
In Verbindung mit Cash Flow Hedges3819
Zinsswaps
Ohne Hedge-Beziehung23
In Verbindung mit Cash Flow Hedges11
Übrige in Verbindung mit IFRS 24

Finanzinstrumente
Finanzrisikomanagement

Aufgrund seiner internationalen Aktivitäten ist der Bertelsmann-Konzern einer Reihe von Finanzrisiken ausgesetzt. Hierzu zählen insbesondere die Auswirkungen von Änderungen der Wechselkurse und der Zinssätze. Das Risikomanagement von Bertelsmann ist darauf ausgerichtet, Risiken zu reduzieren.

Der Vorstand legt die allgemeinen Richtlinien für das Risikomanagement fest und bestimmt so das generelle Vorgehen bei der Absicherung von Währungskurs- und Zinsänderungsrisiken sowie den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten. Die Zentrale Finanzabteilung berät die Tochtergesellschaften bezüglich operativer Risiken und führt gegebenenfalls Sicherungen mittels derivativer Finanzgeschäfte durch. Bei operativen Risiken wird den Tochtergesellschaften jedoch nicht vorgeschrieben, den Service der Zentralen Finanzabteilung in Anspruch zu nehmen. Einige Tochterunternehmen, so insbesondere die RTL Group, verfügen über eine eigene Finanzabteilung. Sie melden ihre Sicherungsgeschäfte quartalsweise der Zentralen Finanzabteilung. Weitere Informationen zu den Finanzmarktrisiken und zum Finanzrisikomanagement sind im Konzernlagebericht dargestellt.

Währungsrisiko

Der Bertelsmann-Konzern ist einem Kursänderungsrisiko bezüglich verschiedener Fremdwährungen ausgesetzt. Es wird den Tochtergesellschaften empfohlen, jedoch nicht vorgeschrieben, sich gegen Fremdwährungsrisiken in der lokalen Berichtswährung durch den Abschluss von Termingeschäften mit Banken einwandfreier Bonität abzusichern. Darlehen innerhalb des Konzerns, die einem Währungsrisiko unterliegen, werden durch derivative Finanzinstrumente gesichert. Eine Reihe von Tochtergesellschaften ist außerhalb des Euro-Währungsraumes angesiedelt. Die Steuerung der sich hieraus ergebenden Translationsrisiken erfolgt über das Verhältnis aus den wirtschaftlichen Finanzschulden und dem Operating EBITDA für die wesentlichen Währungsräume. Langfristig wird für jeden Währungsraum ein angemessenes Verhältnis der Finanzschulden zur operativen Ertragskraft angestrebt. Hierbei orientiert sich Bertelsmann an der für den Konzern definierten Höchstgrenze für den Leverage Factor.

Zinsänderungsrisiko

Zinsänderungsrisiken liegen bei verzinslichen Vermögenswerten und Finanzschulden vor. Das Zinsänderungsrisiko des Bertelsmann-Konzerns wird zentral analysiert und in Abhängigkeit von den geplanten Nettofinanzschulden gesteuert. Maßgabe bei der Steuerung sind das Zinsergebnis des Konzerns im Zeitablauf und die Sensitivität für Zinsänderungen. Dabei wird ein ausgewogenes Verhältnis von variablen zu langfristig fest vereinbarten Zinsbindungen in Abhängigkeit von der absoluten Höhe, der geplanten Entwicklung der verzinslichen Verbindlichkeit und dem Zinsniveau angestrebt und über originäre sowie derivative Finanzinstrumente in der Steuerung umgesetzt.

Liquiditätsrisiko

Liquiditätsrisiken können durch die fehlende Möglichkeit einer Anschlussfinanzierung (Liquiditätsrisiko im engeren Sinne) sowie durch Verzögerung geplanter Zahlungseingänge und durch ungeplante Auszahlungen (Planrisiko) auftreten. Das Planrisiko bemisst sich aus einer Gegenüberstellung von Plan-Ist-Abweichungen einerseits und der Höhe der Reserven andererseits. Das Liquiditätsrisiko im engeren Sinne ist abhängig vom Volumen der Fälligkeiten in einer Periode.

Das Liquiditätsrisiko wird laufend auf Basis des erstellten Budgets für das Budgetjahr und die Folgejahre überwacht. Dabei werden neue und ungeplante Geschäftsvorfälle (zum Beispiel Akquisitionen) kontinuierlich einbezogen. Zusätzlich erfolgt eine regelmäßige Abstimmung der Fälligkeitsprofile von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Die Steuerung von Planrisiken erfolgt durch ein effektives Cash Management sowie eine ständige Überwachung der prognostizierten und tatsächlichen Cashflows. Zudem werden Laufzeiten für Finanzierungen so gewählt, dass Fälligkeiten über den Zeitablauf diversifiziert sind und sich somit ein Anstieg der Refinanzierungskosten nur langfristig auswirken würde. Kreditlinien bei Banken schaffen darüber hinaus Vorsorge für ungeplante Auszahlungen.

Kontrahentenrisiko

Im Konzern bestehen Ausfallrisiken in Höhe der angelegten liquiden Mittel sowie der positiven Marktwerte der abgeschlossenen Derivate. Geldgeschäfte und Finanzinstrumente werden grundsätzlich nur mit einem fest definierten Kreis von Banken („Kernbanken“) einwandfreier Bonität abgeschlossen. Die Bonität der Kernbanken wird anhand quantitativer und qualitativer Faktoren (Rating, CDS-Spreads, Börsenkursentwicklung etc.) fortlaufend beobachtet und klassifiziert. Die aus dieser Bonitätsbeurteilung abgeleiteten Kontrahentenlimite beziehen sich auf die liquiden Mittel und positiven Marktwerte. Die Ausnutzung wird auf täglicher Basis überwacht. Um auf veränderte Bonitätseinschätzungen reagieren zu können, ist die Anlage zum Teil sehr kurzfristig ausgerichtet.

Des Weiteren werden zur Reduzierung der Ausfallrisiken mit Banken teilweise Tri-Party-Geschäfte abgeschlossen. Bei den Tri-Party-Geschäften handelt es sich um besicherte Geldanlagen, als Sicherheit werden von den Banken zuvor definierte Wertpapiere bereitgestellt. Zum Bilanzstichtag betrugen die erhaltenen Sicherheiten 586 Mio. € (Vj.: 545 Mio. €). Die Geschäftsabwicklung sowie die Sicherheitenverwaltung und -bewertung werden von einer Clearingstelle übernommen. Ausfallrisiken bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden durch den teilweisen Abschluss von Kreditversicherungen gemindert. Der Konzern verfügt für Forderungen von mehr als 5 Mio. € über Kreditbesicherungen in Höhe von 421 Mio. € (Vj.: 333 Mio. €).

Kapitalmanagement

Die finanzpolitischen Zielsetzungen des Bertelsmann-Konzerns sollen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Finanzierungssicherheit, Eigenkapitalrentabilität und Wachstum gewährleisten. Die Verschuldung des Konzerns soll sich hierbei insbesondere an den Anforderungen für ein Bonitätsurteil „Baa1/BBB+“ orientieren. Die finanzielle Steuerung bei Bertelsmann erfolgt nach quantifizierten Finanzierungszielen, die einen zentralen Beitrag zur Unabhängigkeit und Handlungsfähigkeit des Konzerns leisten. Als Bestandteil des Planungsprozesses und einer laufenden Beobachtung sind sie Teil der Steuerungskennzahlen im weiteren Sinne. Die finanzielle Steuerungsgröße für die Begrenzung der Verschuldung im Konzern stellt der Leverage Factor von maximal 2,5 dar. Am 31. Dezember 2013 lag der Leverage Factor bei 2,0 (Vj.: 2,3). Daneben soll die Interest Coverage Ratio über einem Wert von 4 liegen. Diese Interest Coverage Ratio betrug zum 31. Dezember 2013 6,0 (Vj.: 6,4). Die Eigenkapitalquote soll mindestens 25 Prozent der Konzernbilanzsumme betragen. Die Steuerung der Eigenkapitalquote orientiert sich hierbei an der Definition des Eigenkapitals nach IFRS. Nicht beherrschende Anteilseigner an Personengesellschaften werden, obwohl sie bei wirtschaftlicher Betrachtung Eigenkapital darstellen, als Fremdkapital bilanziert.

Die Eigenkapitalquote betrug im Berichtsjahr 40,7 Prozent (Vj.: 32,2 Prozent) und erfüllte damit die interne finanzielle Zielsetzung.

Zins- und Währungssensitivität

Für die Analyse des Zinsrisikos ist zwischen Cashflow- und Barwert-Risiken zu unterscheiden. Bei Finanzschulden, liquiden Mitteln und Zinsderivaten mit einer variablen Zinsbindung überwiegt das Cashflow-Risiko, da Veränderungen der Marktzinssätze sich – nahezu ohne Zeitverzug – im Zinsergebnis des Konzerns auswirken. Im Gegensatz hierzu entstehen Barwert-Risiken aus mittel- bis langfristig vereinbarten Zinsbindungen. Die bilanzielle Abbildung von Barwert-Risiken ist vom jeweiligen Finanzinstrument oder von einem im Zusammenhang mit Derivaten dokumentierten Sicherungszusammenhang (Microhedge) abhängig.

Originäre Finanzschulden werden in der Bilanz zu fortgeführten Anschaffungskosten erfasst. Veränderungen des Marktwerts beschränken sich auf Opportunitätseffekte, da sich Zinsänderungen weder in der Bilanz noch in der Gewinn- und Verlustrechnung niederschlagen. Eine hiervon abweichende Bilanzierung der originären Finanzinstrumente zum Marktwert ist auf Vorgänge beschränkt, für die im Zusammenhang mit dem Abschluss einer Zins- und Währungssicherung über Derivate nach IAS 39 ein Microhedge dokumentiert ist. In diesen Fällen wird die Marktwertänderung der Finanzschulden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, um gegensätzliche Effekte aus der Marktbewertung der zugehörigen Derivate zu einem wesentlichen Teil zu kompensieren.

Für derivative Finanzinstrumente werden die Wirkungen aus Zinsänderungen grundsätzlich über die Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Bei dokumentierten Sicherungszusammenhängen (Cash Flow Hedge) erfolgt die Abbildung im Eigenkapital.

Die Analyse der zu den Stichtagen bestehenden Cashflow- bzw. Barwert-Risiken erfolgt über eine Sensitivitätsberechnung als Nachsteuerbetrachtung. Hierbei wird eine Parallelverschiebung der Zinskurve um jeweils +/-1 Prozent für alle wesentlichen Währungen unterstellt. Die Analyse erfolgt auf Grundlage der Finanzschulden, der liquiden Mittel sowie der zu den Stichtagen bestehenden Derivate. Die Ergebnisse sind in der nachstehenden Tabelle dargestellt:

Sensitivitätsanalyse der Cashflow-Risiken und Barwert-Risiken  

  31.12.201331.12.2012
in Mio. €Veränderung um +1 %Veränderung um -1 %Veränderung um +1 %Veränderung um -1 %
Cashflow-Risiken über Gewinn- und Verlustrechnung8-817-17
Barwert-Risiken über Gewinn- und Verlustrechnung1-1
Barwert-Risiken über Eigenkapital2-2

In die Ermittlung der Fremdwährungssensitivität werden die zu den Stichtagen bestehenden Finanzschulden und operativen Geschäftsvorfälle sowie die vereinbarten Sicherungsgeschäfte (Termingeschäfte und Optionen) einbezogen. Die Berechnung wird für die ungesicherte Nettoposition auf Basis einer angenommenen 10-prozentigen Aufwertung des Euro gegenüber allen Fremdwährungen vorgenommen und als Nachsteuerbetrachtung dargestellt. Eine einheitliche Abwertung der Fremdwährungen hätte für den Konzern zu einer erfolgswirksamen Veränderung des Buchwerts von -9 Mio. € (Vj.: -3 Mio. €) geführt. Hiervon entfallen -2 Mio. € (Vj.: -1 Mio. €) auf eine Veränderung des US-Dollar bei einem Netto-Exposure von 34 Mio. US-$ (Vj.: 23 Mio. US-$). Das Eigenkapital wäre durch Schwankungen der Marktwerte aus dokumentierten Cash Flow Hedges um -45 Mio. € (Vj.: -51 Mio. €) verändert worden. Hiervon entfallen -47 Mio. € (Vj.: -52 Mio. €) auf eine Veränderung des US-Dollar bei einem Volumen dokumentierter Cash Flow Hedges von 940 Mio. US-$ (Vj.: 989 Mio. US-$). Bei einer einheitlichen Aufwertung der Fremdwährungen hätte dies für den Konzern zu gegenläufigen Veränderungen der genannten Beträge geführt.

Factoring

Bertelsmann verkauft in speziellen Einzelfällen Forderungen an Banken. Diese Ausnahmen beschränken sich auf Vereinbarungen, in denen Bertelsmann durch den Abschluss von gesonderten Verträgen Finanzierungen für Kunden zur Verfügung stellt. Das Volumen der verkauften Forderungen betrug zum Bilanzstichtag 444 Mio. € (Vj.: 524 Mio. €). Im Rahmen der vertraglichen Vereinbarungen zu den Forderungsverkäufen wurden im Wesentlichen weder alle Chancen noch alle Risiken, die mit den Forderungen in Verbindung stehen, übertragen noch zurückgehalten. Insbesondere wurden Teile der Ausfall- und Spätzahlungsrisiken durch Bertelsmann zurückbehalten, sodass eine Forderung in Höhe des anhaltenden Engagements (Continuing Involvement) von 54 Mio. € (Vj.: 60 Mio. €) bilanziert wurde. Der Buchwert der damit verbundenen Verbindlichkeit beträgt 69 Mio. € (Vj.: 77 Mio. €).